Ein Minus von rund 20 Prozent an einem Tag, ein Jahrestief und 770 gestrichene Stellen: OPmobility hat die Anleger mit einer deutlich gesenkten Prognose kalt erwischt. Der französische Autozulieferer veröffentlichte die Zahlen nach Handelsschluss in Paris am Mittwochabend. Am Donnerstag folgte der Ausverkauf.
Prognose deutlich gesenkt
Für 2026 rechnet das Management nun mit einer operativen Marge zwischen 430 und 450 Millionen Euro. 2025 lag der Wert noch bei 490 Millionen Euro. Beim freien Cashflow peilt der Konzern nur noch mehr als 220 Millionen Euro an, nach 297 Millionen Euro im Vorjahr.
Als Gründe nennt das Unternehmen schwächere Prognosen für die weltweite Automobilproduktion und eine nachlassende Kundenaktivität in Europa. Hinzu kommen Rohstoffpreisschwankungen im Zuge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten. Auch das Wasserstoffgeschäft belastet: In den USA und in Europa wurden Projekte gestoppt. Produktionsunterbrechungen bei Kunden wie Stellantis verschärfen die Lage.
Werksschließung und Stellenabbau
Um Überkapazitäten abzubauen, fallen rund 460 Stellen in Deutschland und 310 in Frankreich weg. Der Konzern schließt das Außenteile-Werk in Sterbfritz sowie zwei Forschungs- und Entwicklungszentren in Frankreich. Die Restrukturierung kostet 2026 voraussichtlich zwischen 120 und 130 Millionen Euro.
Marktreaktion und Sektor
Die Aktie rutschte zeitweise um knapp 20 Prozent auf etwa 10 Euro und markierte damit ein Jahrestief. Seit dem Hoch Ende März hat sich der Kurs nahezu halbiert. Die Stabilisierung der vergangenen Wochen ist damit hinfällig.
Deutsche Bank senkte das Kursziel von 14 auf 11 Euro und beließ die Einstufung bei „Hold“. Das Ziel liegt damit nur wenig über dem aktuellen Kurs.
Die Warnung belastete den gesamten Sektor. Valeo gab 5,7 Prozent nach, auch Schaeffler, Continental und Aumovio gerieten unter Druck. Stellantis verlor rund 3 Prozent. Der Gesamtmarkt bot keinen Halt: Der CAC 40 lag wegen steigender Ölpreise und höherer US-Renditen etwa 0,9 Prozent im Minus.
Für den Kurs zählt nun, ob die 10-Euro-Marke als Boden hält. Fällt sie, rückt das Niveau unter dem Jahrestief in den Blick, das für OPmobility zuletzt vor über einem Jahr galt.
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