Ooma hat das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 mit einem klaren Überraschungseffekt abgeschlossen. Sowohl Umsatz als auch Gewinn lagen über den Erwartungen — und die Aktie quittierte das mit einem Anstieg auf fast das 52-Wochen-Hoch.
Starke Zahlen, klarer Treiber
Der Quartalsumsatz stieg um 25 Prozent auf 81,1 Millionen Dollar, organisch waren es 7 Prozent. Der nicht-GAAP-Gewinn je Aktie erreichte 0,35 Dollar gegenüber der Konsensschätzung von 0,32 Dollar. Das bereinigte EBITDA kletterte um 78 Prozent auf 11,8 Millionen Dollar — ein Rekordwert für das Unternehmen.
Haupttreiber war AirDial, Oomas Lösung für die Ablösung analoger Festnetzleitungen. Die installierten Leitungen verdoppelten sich im Jahresvergleich, die Buchungen legten um mehr als 75 Prozent zu. Das Management betonte, dass die Nachfrage nach POTS-Ersatz — also dem Austausch alter Kupferleitungen — spürbar anzieht, weil Netzbetreiber wie AT&T Leitungen abschalten.
Akquisitionen liefern, KI kommt hinzu
Die Ende 2025 übernommenen Unternehmen FluentStream und Phone.com steuerten im ersten Quartal zusammen rund 11,5 Millionen Dollar Umsatz bei und waren bereits im ersten vollen Quartal gewinnbringend. Das Schuldenniveau sank auf 53,5 Millionen Dollar — das Unternehmen zahlt bewusst ab, um künftige Zukäufe vorzubereiten.
Neu hinzu kommt die Ooma AI Suite mit Funktionen wie KI-Transkription, automatischer Anrufbeantwortung und KI-Rezeptionist. Drei der fünf angekündigten Features sind bereits verfügbar, zwei befinden sich in der Beta-Phase. CEO Eric Stang sieht die Lösung als Einstieg in ein mehrjähriges KI-Wachstumskapitel — gerade weil laut Branchendaten über die Hälfte aller Anrufe bei kleinen Unternehmen nicht von einem Menschen entgegengenommen werden.
Ausblick übertrifft Konsens
Für das zweite Quartal erwartet Ooma einen Umsatz zwischen 81,6 und 82,3 Millionen Dollar bei einem nicht-GAAP-EPS von 0,33 bis 0,34 Dollar — beides über dem bisherigen Analystenstand. Für das Gesamtjahr 2026/27 plant das Unternehmen Umsätze zwischen 326 und 328,5 Millionen Dollar, was einem Wachstum von rund 20 Prozent entspräche.
Das Residential-Segment, lange ein Belastungsfaktor, stabilisierte sich überraschend: Die Nutzerbasis wuchs sogar erstmals seit mehreren Quartalen. Ab Herbst soll MyPhone, ein neues Festnetz-Gerät für Familien mit Kindern, in Walmart-Filialen verfügbar sein — wie stark das die Zahlen bewegt, lässt die Unternehmensführung bewusst offen. Die konservative Planung dort ist eher als Puffer zu verstehen als als gedämpfte Erwartungshaltung.
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