Ondas Holdings fällt am Freitag um 5,79 Prozent auf 6,34 Euro. Der Absturz kommt nicht überraschend. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 13,02 Euro im Januar hat die Aktie mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.
Der Kontrast zur Vorwoche könnte kaum größer sein. Am Donnerstag vergangener Woche legte die Aktie noch um gut 2 Prozent zu, Call-Optionen schlugen Puts deutlich. Jetzt notiert das Papier 22,35 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 8,16 Euro. Der RSI von 36,5 signalisiert eine überverkaufte Lage.
Wachstum trifft auf Verkaufsdruck
Ondas hat operativ zuletzt kräftig zugelegt. Der Autonomiesystem-Spezialist hat die Übernahme von DZYNE Technologies abgeschlossen, ein Deal aus Cash und Aktien im Wert von 875,8 Millionen Dollar. Zusammen mit der Omnisys-Akquisition hebt das Unternehmen sein Umsatzziel für 2026 auf mindestens 525 Millionen Dollar an — deutlich über der vorherigen Prognose von 390 Millionen Dollar.
Die geplante Cyberhawk-Übernahme ist darin noch nicht eingerechnet. Ondas baut sich damit eine Position als Verteidigungsplattform für autonome Systeme auf.
Parallel zu dieser Wachstumsstory verkaufen Insider in großem Stil. In den vergangenen drei Monaten haben Firmeninsider Aktien im Wert von 32,1 Millionen Dollar abgestoßen — mehr als 2,4 Millionen Anteile. Käufe aus den eigenen Reihen gab es in diesem Zeitraum keine.
Gespaltene Analystenmeinungen
Die Wall Street bleibt trotz der Turbulenzen mehrheitlich positiv gestimmt. Das durchschnittliche Rating lautet „Moderate Buy“, das Kursziel liegt bei 16,75 Dollar — mehr als das Doppelte des aktuellen Niveaus. Needham & Company hat sein Kursziel zwar von 23 auf 19 Dollar gesenkt, hält aber an der Kaufempfehlung fest.
Weiss Ratings schlägt einen anderen Ton an. Die Agentur stufte Ondas von „Hold“ auf „Sell“ herab. Diese Diskrepanz zwischen optimistischen Kurszielen und skeptischeren Einzelstimmen spiegelt die Unsicherheit rund um das Papier wider.
Auf der operativen Seite gibt es unterdessen positive Signale. Die Ondas-Tochter Sentrycs kooperiert mit Lockheed Martin. Ihre Cyber-over-RF-Technologie soll in die Sanctum-Plattform zur Drohnenabwehr integriert werden.
Bewertung bleibt günstig
Trotz des Kursrutsches sehen einige Bewertungsmodelle die Aktie als unterbewertet. Das KGV liegt bei rund 29,0 — unter dem Branchendurchschnitt von etwa 32,5 und deutlich unter der Vergleichsgruppe von 48,6. Simply Wall St taxiert das faire KGV für Ondas auf etwa 30,3.
Auf Jahressicht steht die Aktie trotz des aktuellen Einbruchs noch mit einem Plus von 271,63 Prozent da. Der Blick auf die vergangenen zwölf Monate zeigt: Wer im Sommer 2025 zum 52-Wochen-Tief von 1,57 Euro eingestiegen ist, sitzt auch nach dem jüngsten Rückgang noch auf einem Kursgewinn von über 300 Prozent. Der Umsatzausblick bleibt der zentrale Prüfstein für die kommenden Monate — insbesondere die Frage, ob die Integration von DZYNE und Omnisys die angehobenen Ziele tatsächlich untermauert.
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