Ondas erweitert sein Angebot gegen feindliche Drohnen um eine Variante mit deutlich größerer Reichweite. Mit Dronebuster REACH bringt das Unternehmen heute ein Langstreckensystem für Militär und Verteidigung auf den Markt. Der erste Kunde steht bereits fest.
Erster Auftrag von der US Navy
Das erste REACH-System geht an das Office of Naval Research, sobald der Kunde die Abnahmetests abgeschlossen hat. Die Behörde will es für Forschung, Evaluierung und Tests im Bereich Counter-Drone-Abwehr einsetzen. Es handelt sich also zunächst um einen Forschungsauftrag, nicht um einen großvolumigen Beschaffungsvertrag.
Technisch setzt REACH auf elektronische Angriffsverfahren. Dazu zählen die Störung der Steuerverbindung und die Sperrung von Satellitennavigation, optional auch elektronische Angriffe auf Positions- und Zeitsignale. Die Wirkung soll bei größerer Reichweite und höherer Leistung greifen als bei den bisherigen Handgeräten.
Baustein einer mehrstufigen Abwehr
Ondas positioniert das System nicht als Einzelwerkzeug. REACH arbeitet mit den hauseigenen Detektionssystemen zusammen und läuft über die Kommandosoftware DefenseOS. Bediener sollen so von der Erkennung über die Entscheidung bis zur Abwehr in einer einheitlichen Lagedarstellung bleiben. Reicht ein nicht-kinetischer Effekt nicht aus, übernimmt ein kinetischer Abfangjäger.
Das Produkt zielt auf ein konkretes Problem. Ryan Hartman, Chef der Sparte Ondas Sentinel, verweist auf Rückmeldungen von Anwendern: Sobald eine Drohne in Reichweite eines Handgeräts sei, sei wertvolle Zeit bereits verloren. REACH verlagere den Einsatz nach vorn und schaffe Raum für Entscheidungen.
Installierte Basis als Verkaufsargument
Konzernchef Eric Brock sieht in REACH einen Weg, die installierte Basis und die Auftragspipeline in nachhaltige Nachfrage umzumünzen. Die Basis ist beachtlich: Dronebuster ist nach Unternehmensangaben in mehr als 50 Ländern im Einsatz, über 3.000 Geräte sind ausgeliefert. Ondas bezeichnet es als das einzige in den USA gefertigte Handsystem seiner Art.
Das Portfolio reicht damit von Handgeräten und Fahrzeugkits über Langstreckeneffektoren und Detektion bis zum Schutz fester Standorte. Hinzu kommt mit IonStrike ein autonomer kinetischer Abfangjäger. Finanzielle Details zum REACH-Auftrag nannte Ondas nicht. Ob daraus Serienaufträge folgen, hängt vom Ergebnis der Abnahmetests bei der Navy ab.
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