Ondas Holdings zieht vor der Hauptversammlung spürbar neue Käufer an. Die Aktie sprang zuletzt um 10,54 Prozent auf 10,80 Dollar. Inzwischen notiert sie auch in Deutschland bei 9,97 Euro und liegt damit klar über dem 200-Tage-Durchschnitt.
Der Markt setzt auf mehr als nur einen guten Quartalsbericht. Im Mittelpunkt steht der Umbau zum softwaregestützten Verteidigungstechnologie-Anbieter. Dazu kommen neue Übernahmen, volle Auftragsbücher und eine angehobene Jahresprognose. Kein Wunder, dass die Erwartungen vor dem heutigen Aktionärstreffen hoch sind.
Software statt Hardware
Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt die geplante Übernahme von Omnisys Ltd. für 196,6 Millionen Dollar. Das israelische Unternehmen entwickelt KI-gestützte BRO-Software, also Systeme zur Optimierung militärischer Ressourcen. Für Ondas ist das mehr als ein Zukauf. Der Konzern will damit tiefer in die Steuerung autonomer Systeme vorstoßen.
Die Software soll Missionen besser planen und Ressourcen in Echtzeit koordinieren. Genau hier liegt die strategische Wette: höhere Margen, mehr Skalierbarkeit und weniger Abhängigkeit vom reinen Hardwaregeschäft. Das Management spricht von einer breiteren Basis für das wachsende Geschäft mit Luft- und Bodenrobotern.
Zahlen, die den Kurs treiben
Auch die jüngsten Geschäftszahlen haben den Optimismus verstärkt. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz auf 50,1 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor waren es nur 4,2 Millionen Dollar. Beim Ergebnis gelang sogar der Sprung in die Gewinnzone.
Ondas meldete einen Nettogewinn von 361,3 Millionen Dollar nach einem Verlust von 14 Millionen Dollar im Vorjahr. Ein Teil davon stammt aus Bewertungsgewinnen auf Wertpapiere und Beteiligungen. Für den Kurs zählt aber vor allem die Größenordnung dieses Turnarounds.
Hinzu kommt der volle Auftragsbestand. Der pro forma Backlog liegt bei 457 Millionen Dollar. Darin steckt unter anderem ein Auftrag über 50 Millionen Dollar für Entminungsprogramme an der Grenze sowie ein Vertrag zum Schutz der Fußball-WM 2026 vor Drohnen.
Viel Cash, hohe Erwartungen
Finanziell steht Ondas für weitere Schritte gut da. Zum Quartalsende lagen rund 1,48 Milliarden Dollar in Cash, liquiden Mitteln, eingeschränkten Barmitteln und kurzfristigen Anlagen. Die Verschuldung bleibt mit einer Verschuldung zu Eigenkapital von etwa 0,02 extrem niedrig.
Das Management hat die Umsatzprognose für das Gesamtjahr inzwischen auf mindestens 390 Millionen Dollar angehoben. Analysten bleiben entsprechend freundlich und nennen Kursziele zwischen 23 und 25 Dollar. Der Abstand zur aktuellen Notierung ist damit noch beträchtlich, auch wenn der RSI mit 38,1 und die hohe 30-Tage-Volatilität von 125,89 Prozent zeigen, wie schnell die Aktie weiter ausschlagen kann.
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