Ondas Holdings vollzieht einen radikalen Strategiewechsel. Der ehemalige Anbieter von drahtloser Spezialtechnik baut sich zu einer umfassenden autonomen Rüstungsplattform um. Die neue Sparte „Ondas Sentinel“ bündelt dafür jüngste Großübernahmen zu einem vernetzten Gesamtsystem.
Rüstung statt Funktechnik
Das Management integriert aktuell eine Reihe teurer Zukäufe. Besonders die Übernahme von DZYNE Technologies für knapp 876 Millionen US-Dollar fällt ins Gewicht. Sie bringt hochfliegende Langstreckendrohnen und Abwehrsysteme in den Konzern. Im Mai schloss Ondas parallel den Kauf von Omnisys ab. Die neue Sentinel-Einheit führt nun die Entwicklung dieser Bausteine zusammen.
Hardware allein reicht nicht. Ondas rüstet seine Drohnen daher massiv mit künstlicher Intelligenz auf. Dafür hat das Unternehmen eine Entwicklungspartnerschaft mit Palantir geschlossen. Gemeinsam bauen sie ein KI-gestütztes Kommandosystem. Es soll künftig die gesamte Drohnenflotte koordinieren.
Auch bei der Drohnenabwehr sucht Ondas die Nähe zu Branchenriesen. Die Tochtergesellschaft Sentrycs kooperiert mit Lockheed Martin. Sie integriert eigene Funktechnologie in eine bestehende Abwehrplattform des Rüstungskonzerns. Ondas positioniert sich damit klar als Technologiepartner für Großauftragnehmer.
Sprung beim Umsatz
Die aggressive Einkaufstour schlägt sich in der Prognose nieder. Der Vorstand hob das Umsatzziel für das laufende Jahr auf mindestens 525 Millionen US-Dollar an. Zuvor rechnete das Management mit deutlich weniger. DZYNE liefert mit erwarteten 191 Millionen US-Dollar den Hauptteil dieses Zuwachses.
Für das kommende Jahr peilt Ondas einen Jahresumsatz von einer Milliarde US-Dollar an. Dennoch gibt es kurzfristigen Druck auf den Aktienkurs. Ehemalige Omnisys-Eigentümer wollen rund 3,4 Millionen bestehende Aktien verkaufen. Das sorgt für ein spürbares Überangebot am Markt.
Charttechnik und Ausblick
An der Börse spiegelt sich dieser Zwiespalt wider. Bei einem aktuellen Kurs von 6,42 Euro verzeichnet die Aktie einen Monatsverlust von rund 28 Prozent. Auf Sicht eines Jahres steht durch den frühen Einstieg in den Rüstungssektor dennoch ein massives Kursplus von 324 Prozent zu Buche.
Der Markt wägt derzeit die enormen Wachstumschancen gegen die Integrationsrisiken ab. Der technische Indikator RSI signalisiert mit einem Wert nahe 36 eine fast überverkaufte Lage. Als nächster konkreter Meilenstein für den Konzern steht der Abschluss der Cyberhawk-Übernahme an. Das Management erwartet den Vollzug dieser Transaktion im dritten Quartal 2026.
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