Ondas Holdings hat innerhalb weniger Tage drei bedeutende Nachrichten verkündet: einen Führungswechsel an der Konzernspitze, einen Verteidigungsauftrag aus Israel und den Abschluss einer Übernahme. Der Aufsichtsrat der Tochtergesellschaft Ondas Inc. berief den früheren Mossad-Chef David Barnea zum Chairman und President des Unternehmens. Die Personalie fällt in eine Phase, in der Ondas seine Position im Verteidigungssektor sichtbar ausbaut.
Auftrag aus Israel und Übernahme von Cyberhawk
Nur wenige Tage nach der Personalentscheidung meldete Ondas Inc. eine mehrere Millionen Dollar schwere strategische Ausschreibung des israelischen Verteidigungsministeriums. Der Auftrag betrifft das Programm „Digital Bat“, eine taktische Angriffsdrohne der nächsten Generation. Der konkrete Auftragswert wurde nicht veröffentlicht.
Parallel schloss Ondas Inc. die Übernahme von Cyberhawk Holdings Limited ab, einem Anbieter KI-gestützter Analyseplattformen für kritische Infrastruktur. Für die Transaktion zahlte Ondas 118,2 Millionen US-Dollar in bar sowie 581.732 eigene Aktien an die bisherigen Cyberhawk-Eigentümer. Die Übernahme erweitert das Portfolio um datenbasierte Überwachungslösungen und ergänzt damit das bestehende Drohnen- und Sensorgeschäft.
Rekordumsatz und angehobene Guidance
Den Rahmen für diese Unternehmensentscheidungen bildet ein kräftiger Geschäftsverlauf. Im zweiten Quartal erzielte Ondas einen Rekordumsatz von 83,8 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 67 Prozent gegenüber dem Vorquartal und mehr als das Dreizehnfache des Vorjahreswerts.
Neue Aufträge im Volumen von 175 Millionen US-Dollar trafen im Quartal ein, der pro forma berechnete Auftragsbestand erreichte 757 Millionen US-Dollar. Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über eine Barposition von 1,4 Milliarden US-Dollar.
Auf dieser Basis hob Ondas seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr auf eine Spanne von 525 bis 550 Millionen US-Dollar an. Auf der Ergebnisseite blieb das Unternehmen dagegen hinter den Erwartungen zurück: Der Verlust je Aktie lag bei minus 0,19 US-Dollar, während Analysten im Schnitt nur minus 0,10 US-Dollar erwartet hatten.
Der Analyst Scott Searle von Roth Capital nahm die Coverage von Ondas mit einem Kaufrating und einem Kursziel von 13,00 US-Dollar auf.
Kursreaktion und Ausblick
An der Börse zeigt sich die Aktie nach der Nachrichtenflut robust. Am Freitag schloss das Papier bei 7,98 Euro, ein Plus von 3,2 Prozent auf Tagessicht. Über 30 Tage summiert sich der Kursgewinn auf 30 Prozent, auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Zuwachs von 137 Prozent zu Buche.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,02 Euro, erreicht Mitte Januar, bleibt der Kurs derzeit 39 Prozent entfernt – ein Hinweis darauf, dass trotz der operativen Fortschritte noch Luft nach oben besteht, bevor frühere Höchststände wieder erreicht wären.
Die kommenden Monate dürften zeigen, ob sich der EPS-Fehlschlag als vorübergehende Belastung durch Wachstumsinvestitionen erweist oder strukturellen Charakter hat. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 16. November angekündigt und werden erste Aufschlüsse darüber geben, wie sich die Cyberhawk-Integration und der israelische Auftrag operativ niederschlagen.
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