Ondas Holdings greift tief in die Tasche und baut sein Verteidigungsgeschäft auf einen Schlag deutlich aus. Der Autonomie- und Drohnenspezialist übernimmt DZYNE Technologies, einen US-Hersteller für Aufklärungsdrohnen und Anti-Drohnen-Systeme. Das Volumen der Transaktion: 875,8 Millionen Dollar in bar und Aktien.
Von der Summe fließen 200 Millionen Dollar in bar an die DZYNE-Aktionäre, der Rest wird über rund 85 Millionen Ondas-Aktien im Wert von etwa 675 Millionen Dollar beglichen. Mehrheitseigentümer Highlander Partners und die übrigen DZYNE-Anteilseigner halten künftig etwa 13,8 Prozent an Ondas. Mehr als die Hälfte der Aktienkomponente unterliegt einer sechsmonatigen Haltefrist — ein Konstruktionsdetail, das die Verkäufer langfristig an den kombinierten Konzern binden soll.
Neue Sparte Ondas Sentinel bündelt Verteidigungsgeschäft
DZYNE wandert zusammen mit der bereits zu Ondas gehörenden World View in eine neu geschaffene Division namens Ondas Sentinel. World-View-Chef Ryan Hartman übernimmt die Führung der neuen Einheit, DZYNE-Mitgründer Matt McCue wird Technikchef. Die Kombination soll ein durchgängiges Portfolio abdecken: von der stratosphärischen Aufklärung über DZYNEs Langstrecken-Aufklärungsflugzeug ULTRA bis zur taktischen Ebene mit Ondas‘ eigener Optimus-Drohne.
Besonders die Anti-Drohnen-Sparte wächst durch den Deal spürbar. Mit IonStrike bringt DZYNE einen kinetischen Abfangflieger gegen Kamikaze-Drohnen vom Typ Shahed-136 mit, ergänzt um das bereits weit verbreitete Handgerät Dronebuster. Zusammen mit bestehenden Ondas-Technologien wie Sentrycs und Iron Drone entsteht damit eine mehrstufige Verteidigungskette von der Erkennung bis zur physischen Abwehr.
Umsatzprognose springt auf 525 Millionen Dollar
Der finanzielle Hebel der Übernahme ist beträchtlich. DZYNE soll 2026 rund 191 Millionen Dollar umsetzen, 2027 mehr als 300 Millionen — bei einer erwarteten Wachstumsrate von über 80 Prozent zwischen 2025 und 2028. Das Unternehmen schreibt bereits heute positives EBITDA, die Marge soll bis 2028 in den mittleren zwanziger Prozentbereich klettern.
Für den Gesamtkonzern hebt Ondas seine Umsatzprognose für 2026 deutlich an: von zuvor mindestens 390 Millionen auf nun mindestens 525 Millionen Dollar. Eingerechnet ist neben DZYNE auch die im Mai abgeschlossene Übernahme von Omnisys — die für das dritte Quartal angekündigte Cyberhawk-Akquisition ist in dieser Zahl noch nicht enthalten.
An der Börse fiel die erste Reaktion verhalten aus, die Aktie notierte vorbörslich moderat im Plus nach zuvor schwächerem Handel. Die für heute angesetzte Investorenkonferenz dürfte weitere Details zur Integration von DZYNE und zur Struktur von Ondas Sentinel liefern.
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