Ondas Holdings hat am Donnerstag Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die den Umsatz auf ein Rekordniveau hoben – und trotzdem reagierte die Aktie mit deutlichen Verlusten. Das Papier gab im heutigen Handel um 5,6 Prozent nach und rutschte auf 7,91 Euro ab, nachdem es bereits im vorbörslichen US-Handel unter Druck geraten war, obwohl der Umsatz die Konsensschätzungen übertroffen hatte.
Umsatz und Ausblick übertreffen Erwartungen
Der Drohnen- und Sicherheitstechnologiekonzern erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 83,8 Millionen Dollar – der höchste Quartalswert in der Unternehmensgeschichte. Ondas hob zugleich die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 525 bis 550 Millionen Dollar an.
Der ausgewiesene Auftragsbestand lag zum 30. Juni bei rund 613 Millionen Dollar, pro forma inklusive der Übernahmen von DZYNE und Cyberhawk sogar bei 757 Millionen Dollar.
Auf der Ergebnisseite blieb das Unternehmen jedoch tief in den roten Zahlen: Der bereinigte Verlust je Aktie belief sich auf 0,19 Dollar, das bereinigte EBITDA verzeichnete ein Minus von 50,6 Millionen Dollar. Genau diese Kombination – wachsender Umsatz bei anhaltend hohen Verlusten – dürfte Anleger dazu bewogen haben, trotz der angehobenen Guidance Kasse zu machen.
Neue Aufträge und eine prominente Personalie
Operativ lief es zuletzt rund für Ondas. Medienberichten zufolge sicherte sich das Unternehmen im zweiten Quartal neue Aufträge von rund 175 Millionen Dollar, bis zum 10. August kamen weitere 105 Millionen Dollar hinzu. Am 10. August schloss Ondas zudem die bereits angekündigte Übernahme von Cyberhawk ab, die Fähigkeiten in der drohnengestützten Inspektion, im visuellen Datenmanagement und in KI-gestützter Anlagenanalyse ins Portfolio bringt.
Für Aufsehen sorgte am 7. August die Personalie David Barnea, der ehemalige Direktor des israelischen Geheimdienstes Mossad laut Medienberichten als Global President und Chairman zu Ondas Defense wechselte.
Am selben Tag wurde zudem ein neuer Auftrag der US Army über mehr als 50 Millionen Dollar bekannt, mit dem sich die Gesamtaufträge unter dem LUS-Programm auf über 240 Millionen Dollar summierten.
Die Tochter DZYNE Technologies erhielt darüber hinaus einen Auftrag der US Air Force Research Laboratory über mehr als 6 Millionen Dollar für die Weiterentwicklung des autonomen Lieferungssystems Long-Range Grasshopper.
Institutionelle Investoren bauen Positionen aus
Auch auf der Eigentümerseite bewegte sich einiges: Die Manufacturers Life Insurance Company stockte ihre Ondas-Position im ersten Quartal 2026 um 664 Prozent auf 129.481 Aktien im Wert von rund 1,17 Millionen Dollar auf.
BlackRock meldete laut einer SEC-Einreichung ein wirtschaftliches Eigentum von 38,1 Millionen Aktien, entsprechend etwa 7,2 Prozent des Unternehmens. Medienberichten zufolge hielten institutionelle Investoren zusammen 37,73 Prozent der Anteile, während Insider in den vorangegangenen 90 Tagen Aktien im Wert von rund 32,1 Millionen Dollar verkauft haben sollen.
Trotz des heutigen Kursrückgangs bleibt die Aktie nach einem Plus von 23 Prozent auf 30-Tages-Sicht und einem Zuwachs von 164 Prozent auf Jahresfrist deutlich erhöht bewertet. Sie notiert derzeit rund 39 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,02 Euro, das im Januar erreicht wurde. Der heutige Rückschlag zeigt, dass Anleger die operative Dynamik zwar honorieren, die anhaltend hohen Verluste aber genau im Blick behalten.
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