Ondas Holdings hebt sein Umsatzziel für 2026 drastisch an. Gleichzeitig fällt die Aktie am Freitag um 4,93 Prozent auf 6,37 Euro. Diese Diskrepanz zwischen operativer Story und Kursverlauf prägt aktuell das Bild des Drohnen- und Verteidigungstechnik-Anbieters.
Der Konzern hebt seine Umsatzprognose für 2026 kräftig an. Statt der bisherigen 390 Millionen Dollar peilt das Management nun mindestens 525 Millionen Dollar an. Das entspricht einem geplanten Wachstum von rund 670 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Wachstumstreiber Core + Strategic Growth
Hinter der neuen Zielmarke steckt das sogenannte Core + Strategic Growth-Programm. Es bündelt fragmentierte Vermögenswerte aus dem Verteidigungssektor auf einer gemeinsamen Plattform. Marktbeobachter verweisen auf einen globalen „Drohnen-Superzyklus“ – eine Welle steigender Nachfrage nach unbemannten Systemen im militärischen wie im industriellen Bereich.
Ondas setzt operativ zunehmend auf seine neue Sparte Sentinel. Diese verbindet Aufklärungstechnologie mit hoher Reichweite und Systeme zur Drohnenabwehr. Das erklärte Ziel: Sicherheitslösungen „von der Erdoberfläche bis zur Stratosphäre“ aus einer Hand anbieten.
In den ersten Monaten des Jahres 2026 verzehnfachte sich der Umsatz im Jahresvergleich. Das Unternehmen erreichte zudem früher als geplant eine positive bereinigte EBITDA-Marge auf Produktebene. Analysten von Needham und Stifel sehen darin einen klaren Weg zu einem Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar bis 2027 – gestützt durch einen wachsenden Auftragsbestand und mehr Planungssicherheit bei Verteidigungsverträgen.
Kurs unter Druck trotz starker Zahlen
Der Aktienkurs spiegelt die operative Dynamik derzeit nicht wider. Binnen zwölf Monaten legte das Papier zwar um 273,39 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht jedoch ein Minus von 32,16 Prozent zu Buche, allein in den vergangenen 30 Tagen verlor die Aktie 21,07 Prozent.
Vom Rekordhoch bei 13,02 Euro aus dem Januar 2026 ist der Kurs um mehr als die Hälfte gefallen. Zum 52-Wochen-Tief von 1,57 Euro aus dem vergangenen Sommer bleibt dennoch ein Abstand von über 300 Prozent. Die Aktie notiert derzeit sowohl unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 8,16 Euro als auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 7,86 Euro.
Der Relative-Stärke-Index liegt bei 36,6 und nähert sich damit überverkauftem Terrain. Die 30-Tage-Volatilität von 74,24 Prozent zeigt: Der Markt bewertet das Papier weiterhin als hochriskant. Anleger wägen derzeit ab, ob das aggressive Wachstum die Integrationsrisiken der jüngsten Zukäufe rechtfertigt.
Die nächsten Quartalszahlen sind für August angekündigt. Sie dürften zeigen, ob Ondas sein ambitioniertes Wachstumstempo und die versprochenen Margenverbesserungen tatsächlich halten kann.
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