Ondas Holdings Aktie: 525–550 Millionen Guidance trotz EPS-Fehlschlag

Ondas Holdings übertrifft Umsatzerwartungen deutlich, verfehlt aber das EPS-Ziel. Angehobene Jahresprognose und hoher Auftragsbestand stützen die Wachstumsstory.

Auf einen Blick:
  • Umsatz übertrifft Erwartungen deutlich
  • EPS verfehlt Konsensschätzung klar
  • Jahresprognose auf 525-550 Mio. USD angehoben
  • Analysten bestätigen Buy-Ratings trotz Verlust

Ondas Holdings hat Zahlen vorgelegt, die auf den ersten Blick widersprüchlich wirken – und genau darin liegt für mich der eigentliche Stoff dieses Artikels. Der Drohnenspezialist meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 83,77 Millionen Dollar, deutlich über der Konsensschätzung von 67,97 Millionen Dollar.

Gleichzeitig verfehlte das Unternehmen beim Ergebnis je Aktie mit -0,19 Dollar die erwartete -0,09 Dollar klar. Wer nur auf die Gewinnzeile schaut, sieht eine Enttäuschung. Wer auf das Geschäftsmodell schaut, sieht etwas anderes: ein Rüstungsunternehmen, das gerade in eine neue Größenordnung hineinwächst und dafür Verluste in Kauf nimmt.

Die Zahlen hinter der Zahl

Der eigentliche Hebel liegt für mich nicht im Quartalsergebnis, sondern in der Guidance. Ondas hat die Umsatzprognose für 2026 auf 525 bis 550 Millionen Dollar angehoben, gestützt auf einen Auftragsbestand von 757 Millionen Dollar.

Dazu kommen konkrete Aufträge aus einem israelischen Drohnentender sowie Verträge mit der US Army und der US Air Force für Kampfdrohnen der nächsten Generation. Das ist keine vage Zukunftsmusik, sondern belegte Auftragslage. Der bereinigte EBITDA-Verlust von rund 50,6 Millionen Dollar zeigt aber auch, wie teuer dieses Wachstum erkauft wird – ein Punkt, den Anleger nicht kleinreden sollten.

Bemerkenswert ist die Reaktion der Analystenhäuser. Needham & Company bestätigte trotz des EPS-Fehlschlags sein Buy-Rating und setzte das Kursziel bei 19 Dollar an – deutlich über dem Konsens-Kursziel von 16,56 Dollar.

Roth Capital sieht in seinem Buy-Rating mit Kursziel 13 Dollar den Verteidigungsmarkt als Rückenwind, den sie auf ein Volumen von mehr als 100 Milliarden Dollar beziffern. Dass zwei Häuser mit eigener Meinung trotz des Gewinnverfehlens an ihrer positiven Einschätzung festhalten, ist für mich ein stärkeres Signal als die Kursreaktion selbst.

Institutionelles Geld folgt der These

Auch auf der Investorenseite verdichtet sich das Bild. Royal Bank of Canada hat ihre Ondas-Position im ersten Quartal 2026 um 160,1 Prozent auf 384.656 Aktien aufgestockt. Mehrere weitere institutionelle Adressen haben ihre Bestände im gleichen Zeitraum ausgebaut.

Der institutionelle Anteil an Ondas liegt inzwischen bei 37,73 Prozent. Das ist kein Beweis für steigende Kurse, aber es zeigt, dass professionelle Anleger die Wachstumsstory trotz der roten Zahlen mittragen.

Wie ordnet sich das im Kursverlauf ein? Am Freitag schloss die Aktie bei 7,98 Euro, ein Plus von 3,2 Prozent auf Tagesbasis. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Zuwachs von rund 30 Prozent zu Buche – ein Tempo, das die Euphorie rund um die Quartalszahlen widerspiegelt.

Gleichzeitig liegt der Kurs noch immer 39 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 13,02 Euro, erreicht im Januar. Diese Spanne zeigt für mich, wie volatil die Erwartungshaltung des Marktes gegenüber Ondas ist: Zwischen Euphorie und Ernüchterung liegen bei diesem Titel oft nur Wochen.

Mein Fazit

Unterm Strich sehe ich bei Ondas ein Unternehmen, das seine Wachstumsstory mit belastbaren Zahlen untermauert – Auftragsbestand, angehobene Guidance und konkrete Verteidigungsaufträge sprechen dafür, dass der Umsatzsprung kein Einmaleffekt ist.

Die deutliche EPS-Verfehlung und der hohe operative Verlust sind jedoch kein Randdetail, sondern der Preis für dieses Tempo. Wer in Ondas investiert ist oder es erwägt, sollte diese Gleichung nicht ausblenden: Wachstum ja, aber noch lange nicht profitabel.

Die Zustimmung der Analysten und institutionellen Investoren spricht dafür, dass der Markt diesen Trade-off derzeit akzeptiert – ob das so bleibt, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob Ondas die hohen Erwartungen an den Auftragsbestand auch in profitables Wachstum übersetzen kann.

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