Rasant nach oben, dann scharfer Bremsmanöver. Die Geschichte von Ondas Holdings ist in den letzten Monaten geprägt von spektakulären Sprüngen und heftigen Rücksetzern. Nach einer Hochphase mit Rekordhoch steht die Aktie nun massiv unter Druck.
Am Freitag schloss das Papier bei 6,37 Euro. Das sind über 51 Prozent weniger als das 52-Wochen-Hoch von 13,02 Euro. In den letzten sieben Tagen verlor die Aktie knapp sieben Prozent. Der gesamte Monatsrückgang summiert sich auf gut 21 Prozent. Volumen gab es reichlich: Mit 67 Millionen gehandelten Aktien lag das fast beim 1,3-Fachen des 20-Tage-Schnitts.
Technisch zeichnet sich ein klares Bild ab. Der Kurs liegt deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,16 Euro. Der RSI fiel auf 36,6 Punkte – das ist nahe an der überverkauften Zone. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.
Teure Einkäufe, hohe Risiken
Der jüngste Kursrutsch hat eine handfeste Ursache. Ondas befindet sich in einer Phase der Übernahmen. Der Zukauf von DZYNE kostete 875,8 Millionen Dollar. Hinzu kommt die Cyberhawk-Akquisition für 125 Millionen Dollar. Beide sollen das Geschäft der Tochter „Ondas Autonomous Systems“ massiv vergrößern.
Doch die Integration ist riskant. Unternehmen wie Roboteam oder Rotron Aero müssen erst in den Konzern eingegliedert werden. Und Ondas finanziert die Expansion über Eigenkapital. Das könnte zu einer Verwässerung der bestehenden Aktien führen.
Die Kassenlage ist noch gut. Rund 1,5 Milliarden Dollar an Barmitteln meldet das Unternehmen. Die Frage ist, wie lange das reicht.
Großaufträge, aber noch kein Gewinnstrom
Operativ läuft vieles. Ondas peilt für das Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz von 525 Millionen Dollar an. Allein DZYNE soll 191 Millionen Dollar beisteuern und ein positives EBITDA liefern.
Das Unternehmen sichert sich strategische Aufträge. Die Partnerschaft mit Lockheed Martin läuft. Die Sicherheitsplattform LADOS ist am Start. Sentrycs, eine Beteiligung von Ondas, schützt die Weltmeisterschaft 2026. Der Auftragsbestand für autonome Abwehrsysteme liegt bei über 40 Millionen Dollar.
Trotz der jüngsten Verluste notiert die Aktie über das letzte Jahr gerechnet noch mehr als 200 Prozent im Plus. Der Rücksetzer seit Jahresbeginn beträgt rund 32 Prozent. Die zentrale Frage: Gelingt es Ondas, die Übernahmen in stabile Cashflows zu verwandeln? Gelingt das nicht, dürfte der Druck auf die Aktie anhalten.
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