On Holding Aktie: Analysten uneins nach Kurssturz

Nach dem Kurssturz von rund 20 Prozent bleiben die Erwartungen an On Holding gespalten. Die US-Großhandelsschwäche bremst, während Direktvertrieb und Marge überzeugen.

Auf einen Blick:
  • Kursrutsch um rund 20 Prozent
  • Umsatz verfehlt Analystenerwartungen
  • US-Großhandel belastet Geschäft
  • Kursziele zwischen 32 und 60 Dollar

Roger Federer ist kein Milliardär mehr – zumindest nicht durch seine On-Beteiligung. Der Kurssturz der Aktie um zeitweise rund 20 Prozent auf 30,12 US-Dollar hat den Wert des Tennis-Idols spürbar geschmälert. Interessant wird es aber erst beim Blick auf das, was Analysten aus den Zahlen herauslesen.

Der Umsatz des Schweizer Sportartikelherstellers stieg im zweiten Quartal um 13,5 Prozent auf 850,3 Millionen Schweizer Franken, währungsbereinigt sogar um 21,6 Prozent. Das reichte den Erwartungen dennoch nicht: Analysten hatten mindestens 881 Millionen Franken erwartet. Die Aktie fiel daraufhin bis auf ihr Jahrestief seit Februar 2024.

Wholesale-Geschäft in den USA bremst

Der wunde Punkt liegt im US-Großhandel. Hohe Promotionsaktivität in diesem für On besonders wichtigen Kanal bremst das Sell-in, obwohl der US-Markt weniger als die Hälfte der Konzernerlöse ausmacht. Wholesale insgesamt steht aber für über die Hälfte des Gesamtumsatzes – entsprechend schlägt die Schwäche durch. BofA Securities rechnet mit einem operativen Umsatzwachstum, das rund 40 Prozent unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2025 liegt.

Positiv bewerten mehrere Häuser dagegen die Entwicklung im Direktvertrieb. BTIG verweist auf einen höheren Vollpreis-Anteil trotz Rabattdrucks und auf beschleunigte Direct-to-Consumer-Verkäufe. Der E-Commerce-Bereich habe die Erwartungen in allen Regionen übertroffen. Auch die neue Cloudsurfer-3-Technologie, die im Oktober im Fachhandel startet, wecke bei Händlern Interesse.

Kursziele zwischen 38 und 60 Dollar

Das Analystenbild bleibt gespalten. Während Raymond James die Aktie von Strong Buy auf Outperform zurückstufte und das Ziel auf 38 Dollar senkte, hält BTIG trotz Kürzung von 70 auf 60 Dollar an seiner Kaufempfehlung fest. BofA Securities reduzierte sein Ziel von 52 auf 46 Dollar, bestätigte aber ebenfalls die Buy-Einstufung. Weitere Anpassungen kamen von Telsey auf 43 Dollar, Stifel auf 41 Dollar und Williams Trading auf 32 Dollar. Die Spanne zwischen 32 und 60 Dollar zeigt, wie unterschiedlich die Häuser die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells jenseits des US-Großhandels einschätzen.

Übereinstimmend verweisen mehrere Analysten auf die Bruttomarge, die trotz der operativen Belastung bei knapp 65 Prozent liegt und damit über Vorjahresniveau. Die Konzernführung deutet zudem an, dass Bestellungen bewusst unter dem tatsächlichen Abverkauf gehalten werden, um Lagerbestände vor dem geplanten Technologiewechsel vieler Modellreihen 2027 zu steuern.

Für das laufende Geschäftsjahr hat On die Umsatzprognose bereits nach unten korrigiert. Ob sich das Wachstum wie von mehreren Analysten erwartet ab 2027 wieder beschleunigt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich das US-Großhandelsgeschäft nach der aktuellen Rabattphase erholt.

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