OMV: Raffinerie-Marge springt auf 20 Dollar

Starke Raffineriemargen treiben OMV im zweiten Quartal an. Die UBS bestätigt Kaufempfehlung und Kursziel von 63 Euro.

Auf einen Blick:
  • UBS bestätigt Kaufempfehlung für Omv
  • Raffineriemargen auf über 20 Dollar gestiegen
  • Geopolitische Risiken belasten mit 150 Mio. Euro
  • Chemiesparte profitiert von höheren Kunststoffpreisen

Hohe Energiepreise und starke Raffineriemargen treiben die OMV im zweiten Quartal 2026 an. Der Wiener Konzern lieferte mit seinem aktuellen Trading Update eine solide operative Vorlage. Anleger reagieren am Freitag prompt und schieben das Papier weiter nach oben.

Die Schweizer Großbank UBS bestätigte am Vormittag ihre Kaufempfehlung für den österreichischen Energiekonzern. Analyst Joshua Stone belässt das Kursziel unverändert bei 63,00 Euro. Er sieht die operative Stärke in einem volatilen Umfeld weitgehend intakt.

Margensprung im Raffineriegeschäft

Der Konzern profitierte im abgelaufenen Quartal massiv von der Preisrallye an den Rohstoffmärkten. Ein Fass Rohöl brachte im Schnitt 97,80 US-Dollar ein — nach 72,30 US-Dollar im ersten Quartal. Auch der realisierte Erdgaspreis legte auf 37,80 Euro pro Megawattstunde zu.

Besonders das Geschäft mit Kraftstoffen glänzte zuletzt. Die Raffinerie-Referenzmarge in Europa sprang auf über 20 US-Dollar je Barrel. Parallel dazu kletterte die Auslastung der Anlagen auf 90 Prozent. Das gleicht leichte Rückgänge beim Absatz in der Sparte Energie weitgehend aus.

Belastungsproben in Osteuropa

Der Rückenwind durch die hohen Preise hat allerdings seine Grenzen. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten und eine höhere Besteuerung in Rumänien kosten die OMV Geld. Das Management beziffert diese negativen Markteffekte auf bis zu 150 Millionen Euro.

Hinzu kommen regulatorische Eingriffe in den Kernmärkten Österreich und Rumänien. Geplante Wartungsarbeiten am Kraftwerk Brazi sowie saisonal niedrigere Verkäufe dämpfen die Erwartungen für das Segment Gas & Power Osteuropa. Das Ergebnis dürfte hier niedriger ausfallen als im Vorquartal.

Umbau zur Chemie-Macht

OMV forciert derweil den Wandel weg vom reinen Ölförderer hin zur Chemieproduktion. Ein wichtiger Baustein ist die im März gegründete Borouge Group International AG. Das Management erwartet in der Chemiesparte ein höheres Ergebnis als im ersten Quartal. Grund dafür sind gestiegene Preise für Kunststoffe wie Olefine.

Mit einem Plus von 23,50 Prozent seit Jahresbeginn gehört die Omv-Aktie zu den Top-Werten im österreichischen Leitindex. Bei einem Kurs von aktuell 59,75 Euro rückt das 52-Wochen-Hoch wieder in Sichtweite. Die vollständigen Halbjahreszahlen veröffentlicht der Konzern planmäßig im Juli.

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