OMV Petrom hat die Modernisierung der elektrischen Infrastruktur seiner Raffinerie Petrobrazi mit rund 115 Millionen Euro vorangetrieben. Das Projekt umfasst eine neue Hochspannungsleitung zur Transelectrica-Station, eine neue Umspann- und Verteilungsstation sowie den Einsatz sogenannter Blue-GIS-Technologie.
Parallel entsteht ein Photovoltaik-Projekt mit 7 Megawatt Leistung. Die Investition soll die Raffinerie für die künftige Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF), hydriertem Pflanzenöl (HVO) sowie grünem Wasserstoff rüsten.
Petrobrazi verarbeitet jährlich bis zu 4,5 Millionen Tonnen Rohöl und versorgt ein angeschlossenes Gaskraftwerk mit 860 Megawatt Leistung. Die Gruppe OMV Petrom kam 2025 auf eine Öl- und Gasproduktion von rund 38 Millionen Barrel Öläquivalent und betreibt etwa 780 Tankstellen.
An der Bukarester Börse liegt der Streubesitz bei 28,1 Prozent, der rumänische Staat hält 20,7 Prozent, OMV AG 51,2 Prozent. Zwischen 2005 und 2025 flossen nach eigenen Angaben mehr als 48 Milliarden Euro an Steuern und Dividenden an den Staat, begleitet von rund 21 Milliarden Euro an Investitionen.
Neptun Deep als zweiter Wachstumstreiber
Neben der Raffinerie-Modernisierung rückt das Offshore-Gasprojekt Neptun Deep im Schwarzen Meer in den Fokus. Der Vorstandsvorsitzende der Bukarester Börse, Remus Vulpescu, bezeichnete das gemeinsam mit Romgaz betriebene Vorhaben als Schlüssel dafür, dass Rumänien energieunabhängig und zum größten Erdgasproduzenten der EU werden könne.
Erste Lieferverträge zeigen bereits Wirkung: Der moldauische Versorger Energocom hat einen auf drei Jahre angelegten Liefervertrag für Erdgas aus dem Projekt unterzeichnet, das Reserven von rund 100 Milliarden Kubikmetern birgt und als erstes Tiefwasser-Offshore-Vorhaben Rumäniens gilt. Der Börsenpräsident Radu Hanga nannte OMV Petrom einen Anker wirtschaftlicher Stabilität für Rumänien.
Ölpreis stützt das Umfeld
Die Investitionsentscheidung fällt in eine Phase steigender Ölpreise. Die Nordseesorte Brent überschritt am Mittwoch erstmals seit Ende Juli wieder die Marke von 100 US-Dollar je Barrel und schloss bei 101,21 Dollar, ein Plus von 3,4 Prozent und der höchste Stand seit Mai.
Auslöser sind der Konflikt zwischen den USA und Iran sowie Risiken für die Straße von Hormus. In Rumänien kletterten die Kraftstoffpreise laut Eurostat im Juli um 24,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der höchste Anstieg innerhalb der EU.
Für ein integriertes Unternehmen wie OMV Petrom, das sowohl Förderung als auch Raffinerie- und Tankstellengeschäft betreibt, wirkt sich ein höherer Ölpreis tendenziell auf die vorgelagerten Segmente stützend aus, während er die Absatzpreise an der Zapfsäule belastet.
Kurs nahe am Rekordhoch
Die Omv-Aktie notiert bei 70,55 Euro und damit nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 71,00 Euro, das erst kürzlich markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 49 Prozent zu Buche, getrieben von der Kombination aus hohem Ölpreis, dem Ausbau der Downstream-Aktivitäten in Rumänien und der laufenden Erschließung von Neptun Deep.
An der Wiener Börse weist OMV zudem die höchste Dividendenrendite im ATX aus, was den Titel für einkommensorientierte Anleger zusätzlich attraktiv macht.
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