Der österreichische Energie- und Chemiekonzern Omv vollzieht einen strategischen Wandel. Während das klassische Ölgeschäft schwächelt, entwickelt sich die Chemiesparte zum dominierenden Wachstumstreiber. Mit einer radikal neuen Dividendenpolitik koppelt der Konzern die Ausschüttung künftig stärker an das Chemiegeschäft – ein klares Bekenntnis zur Neuausrichtung.
Chemie kompensiert schwaches Ölgeschäft
Das bereinigte Nettoergebnis für 2025 erreichte 1,94 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenschätzungen um drei Prozent. Das operative Ergebnis sank allerdings um zehn Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Der Umsatz ging um sieben Prozent auf 24,3 Milliarden Euro zurück.
Hinter diesen Zahlen verbirgt sich eine fundamentale Verschiebung: Die Chemicals-Sparte steigerte ihr operatives Ergebnis um 71 Prozent auf 784 Millionen Euro. Verantwortlich dafür sind die Umgliederung der Borealis-Gruppe sowie verbesserte Margen im Olefin-Geschäft. Die europäischen Steam-Cracker von OMV und Borealis liefen mit 82 Prozent Auslastung – zehn Prozentpunkte über dem Branchendurchschnitt.
Das Energiesegment hingegen brach um 29 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro ein. Niedrigere Ölpreise und negative Markteffekte belasteten das Geschäft.
Neue Ausschüttungslogik ab 2026
Der Vorstand schlägt eine Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie vor – aufgeteilt in 3,15 Euro regulär und 1,25 Euro zusätzlich. Über vier Jahre hinweg steigerte OMV die reguläre Dividende damit um mehr als 30 Prozent. Die Hauptversammlung am 27. Mai 2026 muss noch zustimmen.
Ab dem laufenden Geschäftsjahr tritt eine grundlegend neue Dividendenpolitik in Kraft: Künftig fließen 50 Prozent der BGI-Dividenden plus 20 bis 30 Prozent des operativen Cashflows an die Aktionäre. Diese Kopplung an das Chemiegeschäft unterstreicht die strategische Neuausrichtung des Konzerns.
Borouge-Deal und Großprojekte
Die Transaktion zur Bildung der Borouge Group International (BGI) mit ADNOC soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Dieser Zusammenschluss schafft den weltweit viertgrößten Polyolefin-Produzenten. Ab 2026 erwartet OMV jährliche Dividenden von mindestens einer Milliarde US-Dollar aus dieser Beteiligung.
Parallel dazu startet das Gasprojekt Neptun Deep 2027 in den Betrieb. Eine grüne Wasserstoff-Anlage mit 140 Megawatt Kapazität entsteht gemeinsam mit Masdar und wird mit 123 Millionen Euro gefördert. Beim Absatz nachhaltiger Flugkraftstoffe sprang OMV von 4.000 Tonnen im Jahr 2024 auf 60.000 Tonnen im Jahr 2025.
Das laufende Effizienzprogramm hat seit seinem Start bereits über 350 Millionen Euro zum operativen Cashflow beigetragen. Die Nettoverschuldung beläuft sich auf 3,6 Milliarden Euro bei einer Gearing Ratio von 14 Prozent.
Für 2026 kalkuliert OMV mit einem Brent-Preis von rund 65 US-Dollar je Barrel und organischen Investitionen von 3,2 Milliarden Euro. Am 9. April folgt das Trading Update für das erste Quartal, das erste Hinweise auf den Erfolg der Transformation liefern wird.
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