OMV: 1,32 Euro EPS für Q1 2026 erwartet

Trotz operativer Hürden und einer Niederlage im Spritpreis-Streit erwartet die OMV für das erste Quartal eine Gewinnverdreifachung.

Auf einen Blick:
  • Niederlage im Streit um Spritpreisbremse
  • Produktionsrückgang auf 288.000 Barrel täglich
  • Analysten rechnen mit Gewinnverdreifachung
  • Börsengang in Abu Dhabi auf 2027 verschoben

Sinkende Margen an der Zapfsäule, Produktionsrückgänge und ein verschobener Börsengang in Abu Dhabi. Bei der OMV häufen sich kurz vor den Quartalszahlen die operativen Baustellen. Dennoch rechnen Analysten für den anstehenden Finanzbericht mit einer Gewinnverdreifachung — ein Widerspruch, der die Aktie auf hohem Niveau hält.

Niederlage im Regulierungsstreit

Im Streit um die österreichische Spritpreisbremse hat die Regulierungsbehörde E-Control eine Entscheidung getroffen. Die OMV muss die staatlich verordnete Margenkappung von fünf Cent pro Liter vollständig an die Kunden weitergeben. Der Konzern hatte sich zuvor auf eine Notfallklausel berufen und auf seine hohe Importabhängigkeit verwiesen.

Die Behörde wies dieses Argument zurück, da das Unternehmen keinen Beweis für eine unzureichende Gewinnmarge geliefert habe. Für Autofahrer ändert sich in der Praxis wenig. Die OMV hatte den Preisaufschlag vorsorglich ohnehin nicht verrechnet, um die Prüfung abzuwarten.

Gegenwind trifft auf Gewinnsprung

Abseits der Zapfsäulen kämpft der Konzern mit weiteren Bremsklötzen. Das jüngste Trading-Update offenbarte einen Produktionsrückgang auf 288.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Unterbrochene Rohölströme sorgten für Absicherungsverluste von rund 100 Millionen Euro, während die Raffineriemarge spürbar einbrach.

Trotz dieser Belastungen zeichnet sich für das erste Quartal ein starkes Zahlenwerk ab. Wenn das Management am 30. April die Bücher öffnet, erwarten Analysten im Schnitt einen Umsatz von 7,76 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie soll sich auf 1,32 Euro exakt verdreifachen.

OMV AG Aktie Chart

Verzögerter Börsengang und Notreserven

Auf strategischer Ebene fordert ein verzögerter Zeitplan seinen Tribut. Der geplante Börsengang der Borouge Group International in Abu Dhabi verschiebt sich auf das Jahr 2027. OMV rechnet in der Folge mit einer deutlich niedrigeren Dividende aus dem Joint Venture. Das drückt die erwartete Ausschüttung je Omv-Aktie um bis zu 70 Cent.

Parallel dazu zwingen geopolitische Spannungen am Persischen Golf das Unternehmen zum Handeln. Wegen der Blockade der Straße von Hormus kauft die OMV 56.000 Tonnen Rohöl aus der österreichischen Pflichtnotstandsreserve. Um diesen Konzernumbau und die operativen Hürden zu steuern, übernimmt Emma Delaney als neue Vorstandsvorsitzende das Ruder, während Finanzchef Reinhard Florey zum Vize-Chef aufsteigt.

Am Aktienmarkt lassen sich Investoren von den operativen Hürden bislang nicht abschrecken. Die OMV-Aktie notiert aktuell bei 58,85 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein Plus von über 21 Prozent. Der mittelfristige Kursverlauf hängt nun an konkreten Terminen. Ende April liefert der Quartalsbericht die tatsächlichen Zahlen zur Profitabilität. In der ersten Maihälfte entscheidet die E-Control über eine mögliche Verlängerung der Spritpreisbremse, was den Margendruck im Kraftstoffgeschäft zementieren würde.

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