Der Identitätsspezialist Okta hat gestern nach US-Börsenschluss die Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt und damit die Erwartungen des Marktes deutlich übertroffen.
Neben zweistelligen Wachstumsraten beim Umsatz und einem Rekord-Auftragsbestand hob das Unternehmen zum zweiten Mal in Folge seine Prognose für das Gesamtjahr an. Die Aktie reagiert im heutigen vorbörslichen Handel mit einem Kurssprung von 20 Prozent auf 138,98 Euro und notiert damit nur noch knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 140,02 Euro.
Dynamisches Wachstum bei Großkunden
Okta meldete für das am 31. Juli beendete Quartal einen Umsatz von 805 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders der Bereich der Abonnement-Einnahmen trieb die Entwicklung mit einem Plus von 12 Prozent auf 793 Millionen US-Dollar voran.
Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) lag mit 1,05 US-Dollar signifikant über dem Analystenkonsens von 0,97 US-Dollar. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 37 Cent je Aktie ausgewiesen.
Ein entscheidender Treiber für die positive Entwicklung ist das Geschäft mit Großkunden. Die Anzahl der Kunden mit einem jährlichen Vertragswert (ACV) von mehr als einer Million US-Dollar stieg um 22 Prozent auf nun 605. Insgesamt belief sich der Auftragsbestand (RPO) auf 4,86 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon sollen rund 2,59 Milliarden US-Dollar innerhalb der nächsten zwölf Monate umsatzwirksam werden.
Fokus auf KI-Sicherheit und Übernahmen
Das Management betonte die wachsende Bedeutung von Sicherheitslösungen für Künstliche Intelligenz. Neue Produkte machten im abgelaufenen Quartal etwa 30 Prozent der Neubuchungen aus. Insbesondere das Thema „Agentic AI Security“ gewinnt laut CEO-Aussagen an Bedeutung, auch wenn der finanzielle Beitrag aktuell noch gering ausfällt.
Um die technologische Basis weiter zu stärken, schloss Okta am gestrigen Mittwoch die Übernahme des Cybersicherheitsunternehmens Permiso Security für rund 200 Millionen US-Dollar ab.
Parallel zur operativen Expansion setzte das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm fort. Im Berichtsquartal wurden etwa 1,5 Millionen Aktien für insgesamt 125 Millionen US-Dollar zurückerworben. Zudem tilgte Okta Wandelanleihen im Wert von 350 Millionen US-Dollar, was die Bilanz weiter bereinigte. Die liquiden Mittel und Investitionen beliefen sich zum Quartalsende auf rund 2,3 Milliarden US-Dollar.
Analysten heben den Daumen
Aufgrund der starken operativen Dynamik erhöhte Okta die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2027. Das Unternehmen erwartet nun einen Jahresumsatz zwischen 3,22 und 3,23 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird in einer Spanne von 3,90 bis 3,94 US-Dollar gesehen. Für das laufende dritte Quartal stellt Okta einen Umsatz von bis zu 817 Millionen US-Dollar in Aussicht.
Die Analysten von Morningstar reagierten unmittelbar auf das Zahlenwerk und hoben den fairen Wert für die Aktie massiv von 124 US-Dollar auf 200 US-Dollar an. Experten begründen dies mit der starken Positionierung im Bereich der Identitätssicherheit und der verbesserten Profitabilität.
Trotz des heutigen Kursanstiegs liegt der aktuelle Kurs noch rund 0,7 Prozent unter dem bisherigen Jahreshöchststand, was die Dynamik der aktuellen Erholung unterstreicht.
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