Auf dem Papier glänzt die OHB SE mit prallen Auftragsbüchern und frischen Rekorden. An der Börse macht sich nun Nervosität breit. Ein nationaler Alleingang der Bundesregierung bringt den Bremer Raumfahrtkonzern in eine heikle Lage.
Rückschlag nach Rekordjagd
Am vergangenen Donnerstag markierte das Papier ein neues Allzeithoch bei 659 Euro. Kurz darauf setzte eine spürbare Korrektur ein. Bis zum Handelsschluss am Freitag rutschte der Kurs auf 590 Euro ab.
Marktbeobachter werten diesen Rücksetzer primär als technische Reaktion. Schließlich steht auf Sicht von drei Monaten noch immer ein Kursplus von beachtlichen 120 Prozent auf der Anzeigetafel. Die extrem hohe Bewertung macht Investoren nun anfällig für externe Schocks.
Konflikt der Satellitensysteme
Genau diese Schocks liefert aktuell die Politik. Die Bundesregierung plant ein nationales militärisches Satellitensystem. Dafür kooperiert der Bund eng mit OHB, Rheinmetall und Airbus. Dieses Vorhaben kollidiert direkt mit den europäischen Raumfahrtplänen.
Die EU treibt parallel das 10,6-Milliarden-Euro-Programm IRIS² voran. Es soll die strategische Autonomie Europas sichern. Brüssel befürchtet nun, dass Europa seine Kräfte bei der Verteidigung zersplittert. Da OHB auch beim europäischen Projekt ein Kernmitglied ist, drohen handfeste Interessenkonflikte. Führen parallele Strukturen bald zu regulatorischen Hürden für die Bremer?
Operatives Geschäft liefert ab
Abseits der politischen Ränkespiele verzeichnet das operative Geschäft solide Fortschritte. Die europäische Weltraumorganisation ESA wählte die Tochtergesellschaft OHB Czechspace am Donnerstag für die SOVA-S-Mission aus. Das Unternehmen treibt nun neue Technologien voran, um die Erdatmosphäre zu überwachen.
Dieser Auftrag festigt die Position des Konzerns bei europäischen Institutionen. Im gleichen Schritt baut OHB bereits die Plattformen für die CO2M-Mission. Diese Satelliten sollen künftig den weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen kontrollieren. Die Fertigung läuft laut Unternehmensangaben auf Hochtouren.
Blick auf die Hauptversammlung
Am 8. Juni 2026 müssen die Bremer Farbe bekennen. Auf der ordentlichen Hauptversammlung fordert der Markt konkrete Antworten, wie der Konzern die massiv gestiegenen Auftragsbestände finanziert. Das Management muss außerdem die künftige Kapitalstruktur erklären. Investoren blicken dabei besonders auf den geplanten Streubesitz von 20 Prozent und die genaue Rolle des Großinvestors KKR.
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