OHB: Von 116 auf 650 Euro in Monaten

Die Aktie des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB profitiert massiv von SpaceX' IPO-Plänen und steigt auf über 650 Euro, während das operative Geschäft langsamer wächst.

Auf einen Blick:
  • Kursrallye von 116 auf 650 Euro
  • SpaceX-IPO beflügelt gesamte Branche
  • Operatives Wachstum bleibt zurück
  • Hauptversammlung und Quartalszahlen anstehend

Von gut 116 auf zeitweise über 650 Euro in wenigen Monaten. Die Aktie des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB erlebt derzeit eine beispiellose Rallye. Der Auslöser ist jedoch keine eigene Erfolgsmeldung. Stattdessen elektrisieren die gigantischen Börsenpläne von SpaceX den gesamten europäischen Sektor.

Im Sog der US-Konkurrenz

Kürzlich reichte das US-Unternehmen SpaceX seine Unterlagen für einen Börsengang ein. Medienberichten zufolge peilt der Konzern eine Bewertung von knapp zwei Billionen US-Dollar an. Dabei sollen 75 Milliarden US-Dollar frisches Kapital fließen. Die Folge: ein Sektor im Goldrausch.

Das zieht europäische Raumfahrtwerte massiv mit nach oben. Die OHB-Aktie sprang direkt nach der Ankündigung um zwölf Prozent an. Zuletzt markierte der Kurs auf TradeGate ein Tageshoch von 659 Euro. Zum Jahreswechsel kostete das Papier lediglich 116,50 Euro.

Operative Basis hinkt hinterher

Das operative Geschäft wächst, hält mit dieser Kursexplosion aber kaum Schritt. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr auf gut 1,2 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) kletterte parallel dazu auf 125,6 Millionen Euro.

Unter dem Strich blieb ein Jahresüberschuss von rund 50 Millionen Euro. Aktionäre sollen eine Dividende von 0,60 Euro je Aktie erhalten. Diese fundamentalen Kennzahlen rücken angesichts der aktuellen Branchenfantasie schlicht in den Hintergrund.

Branchenevents im Fokus

Ab heute präsentiert sich OHB auf der Small Sat Conference EU in Amsterdam. Bis zum 28. Mai trifft sich die Branche dort zum Austausch über Kleinsatelliten. Neue finanzielle Details des Unternehmens stehen auf der Messe nicht auf der Agenda.

Die nächsten harten Fakten zur Geschäftsentwicklung stehen bereits im Kalender. Am 8. Juni stimmt die Hauptversammlung über die vorgeschlagene Dividende ab. Kurz darauf liefert das Management am 6. August die Zahlen für das zweite Quartal. Diese Berichte bieten die nächste Gelegenheit, den enormen Kursaufschlag mit aktuellen operativen Daten zu rechtfertigen.

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