Beim Bremer Raumfahrtkonzern OHB SE stehen operative Fortschritte bei mehreren Tochtergesellschaften einer unruhigen Handelswoche an der Börse gegenüber. Das Papier beendete den Handel am Freitag bei 158,40 Euro, womit sich der Zuwachs seit Jahresbeginn auf 35 Prozent beläuft.
Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt damit bei 3,29 Milliarden Euro. Medienberichten zufolge hatten zuletzt Spekulationen über frühere Quartalserlöse und einzelne Projektverläufe für Zurückhaltung unter den Marktteilnehmern gesorgt, ohne dass das Unternehmen selbst neue Belastungen vermeldete.
Projekte bei Tochtergesellschaften im Flugbetrieb
Auf operativer Ebene verzeichneten die Konzerntöchter zuletzt mehrere Etappensiege. Vor gut einer Woche brachte eine Trägerrakete vom Typ Falcon 9 im Rahmen der Mission Transporter-18 den Kleinsatelliten ATHENE-1 von der Vandenberg Space Force Base in eine niedrige Erdumlaufbahn.
Der Technologiedemonstrator wurde von der Luxemburger OHB-Tochter LuxSpace gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr München entwickelt. Er dient als Plattform für 22 wissenschaftliche Experimente in den Bereichen Sensorik, Vernetzung, Datenverarbeitung und Kommunikation.
Parallel dazu meldete OHB Italia am 1. Oktober den Start von acht weiteren Satelliten für das italienische Erdbeobachtungsprogramm IRIDE. Mit diesem Schritt ist die Eaglet-II-Konstellation mit insgesamt 24 Satelliten im Orbit vollständig. Die italienische Tochtergesellschaft zeichnete für die Entwicklung, die Integration und die Tests der Flugkörper verantwortlich und übernimmt auch den laufenden Betrieb des Systems.
Führungswechsel und Studienaufträge im Orbit
Ebenfalls vor gut einer Woche vollzog die OHB-Tochtergesellschaft Rocket Factory Augsburg einen Wechsel an der Führungsspitze. Der Aufsichtsrat berief Alexander Dahm zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Er übernahm das Amt von Indulis Kalnins und soll das Unternehmen insbesondere zum geplanten Erstflug der hauseigenen Trägerrakete RFA ONE führen.
Über die Satelliten- und Trägersparte hinaus sicherte sich der Konzern eine Rolle bei zukunftsträchtigen Infrastrukturprojekten. Die Europäische Weltraumorganisation vergab am 30. September zwei parallele Vorstudien für einen möglichen europäischen Außenposten in einer niedrigen Erdumlaufbahn.
Neben Airbus Defence and Space führt OHB eines der beiden beauftragten Industriekonsortien. Die Arbeiten an dem Konzept sind auf eine Dauer von rund neun Monaten angelegt.
Eigentümerstruktur und anstehende Finanztermine
Die Besitzverhältnisse im Konzern bleiben derweil klar geregelt: Die Gründerfamilie Fuchs hält weiterhin die Mehrheit der Anteile. Der Finanzinvestor KKR fungiert über die Orchid Lux HoldCo S.à r.l. als Minderheitsaktionär. Im Zuge einer Kapitalerhöhung im Juni 2026 trat KKR als Verkäufer von Bestandsaktien auf und reduzierte die eigene Beteiligung laut dem Halbjahresbericht vom 6. August 2026 auf rund 20 Prozent.
Klarheit über den weiteren Geschäftsverlauf erwarten Marktteilnehmer zur Mitte des vierten Quartals. Die OHB SE hat die Veröffentlichung der detaillierten Ergebnisse für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres für den 12. November 2026 angekündigt.
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