Im vorbörslichen Handel legt die Aktie von OHB heute um 2,1 % auf 196,00 Euro zu. Das Papier profitiert dabei von der anhaltend positiven Stimmung für den Raumfahrtsektor. Medienberichten zufolge treibt der weltweite Ausbau von Satellitenkonstellationen die Nachfrage in der Industrie, wovon der Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzern als spezialisierter Hersteller begleitet wird.
Die gestiegene Aufmerksamkeit für europäische Souveränität im Orbit verschafft Unternehmen mit eigener Fertigungskapazität zunehmend strategische Bedeutung. Neben zivilen Infrastrukturprojekten gewinnen staatliche Programme für die Sicherheits- und Kommunikationsarchitektur an Gewicht.
Analysten heben Auftragspotenzial hervor
Zusätzliche Unterstützung lieferte am Freitag eine Einschätzung der NuWays AG. Das Analysehaus bekräftigte seine Kaufempfehlung für die Anteilsscheine von OHB und bestätigte das Kursziel von 340 EUR.
Die Analysten begründeten ihr Votum mit einem erwarteten Anstieg beim Auftragseingang. Dabei verwiesen sie auf den bereits gesicherten Großauftrag für die europäische Satellitenkonstellation IRIS², der ein Volumen von knapp 1 Milliarde Euro umfasst.
Zusätzliche Geschäftschancen sieht NuWays bei künftigen Ausschreibungen rund um die europäischen Sentinel-Satelliten sowie beim Bundeswehr-Kommunikationssystem SATCOMBw 4. Die damit verbundenen Prognosen für das dritte Quartal bleiben allerdings rein analystenseitige Schätzungen und stellen keine gemeldeten Kennzahlen dar.
Fortschritte bei laufenden Programmen
Auf operativer Ebene meldete der Konzern zuletzt planmäßige Umsetzungsschritte. Am 1. Oktober schloss die Tochtergesellschaft OHB Italia die Bereitstellung für das italienische Erdbeobachtungsprogramm IRIDE ab. Mit dem Start der dritten Gruppe von acht Satelliten ist die Eaglet-II-Konstellation im Orbit vollständig im Einsatz.
Am Donnerstag startete OHB gemeinsam mit dem Alfred-Wegener-Institut und der Universität Exeter zudem die wissenschaftliche Initiative EO4TIPP. Die auf zwei Jahre angelegte Studie wird im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA durchgeführt. Ziel des Projekts ist die Konzeption von Erdbeobachtungssystemen, um kritische Kipppunkte im Klimasystem verlässlicher zu überwachen.
Für Anleger richtet sich der Blick nun auf den 12. November. An diesem Tag wird das Management die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des laufenden Jahres vorlegen und im Rahmen einer Ergebnispräsentation erläutern.
Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier an der Börse ein Plus von 68 %. Die Mehrheit an dem Raumfahrtunternehmen hält die Gründerfamilie Fuchs. Der Finanzinvestor KKR hatte seine Minderheitsbeteiligung im Rahmen einer Kapitalmaßnahme auf rund 20 % verringert.
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