Mit dem erfolgreichen Transport einer neuen Forschungsplattform in den Weltraum baut der Bremer Raumfahrtkonzern OHB seine Präsenz im erdnahen Orbit weiter aus.
Das Fluggerät erreichte planmäßig eine niedrige Erdumlaufbahn. Das System wurde von der Tochtergesellschaft OHB LuxSpace gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr München entwickelt und dient im All als Träger für 22 wissenschaftliche Experimente.
Der erfolgreiche Start unterstreicht die operative Aktivität des Raumfahrtunternehmens im Segment kleinerer Nutzlasten. An den Finanzmärkten ging die Aktie am Freitag bei 171,80 Euro aus dem Handel. Trotz jüngster Konsolidierungen verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein Kursplus von 47 Prozent.
Machbarkeitsstudien für künftige Raumstationen
Neben dem Kleinsatellitenprogramm treibt das Raumfahrtunternehmen größere Infrastrukturprojekte voran. Am 29. September vergab die Europäische Weltraumorganisation ESA Aufträge für parallele Machbarkeitsstudien zu einem künftigen europäischen Außenposten im erdnahen Orbit.
Die ESA betraute dabei zwei europäische Industriekonsortien mit den Arbeiten, von denen eines unter der Führung von OHB und das andere unter der Leitung von Airbus Defence and Space steht.
Diese Konzeptstudien liefen bereits im Juni 2026 an und sind auf eine Dauer von rund neun Monaten ausgelegt. Sie zielen darauf ab, europäische Kapazitäten für eigenständige Stationen und modulare Plattformen nach dem Ende der Internationalen Raumstation zu definieren. Die Führungsrolle in einem der beiden Konsortien sichert den Bremern eine zentrale Position bei der Ausgestaltung kommender europäischer Großprojekte.
Finanzielle Perspektiven vor den Quartalszahlen
Unterstützung erhielt der Konzern vor gut einer Woche auch von Analystenseite. Deutsche Bank Research hob das Kursziel für die Aktie nach einer Investorenveranstaltung von 275 auf 300 Euro an und bestätigte die Einstufung mit „Buy“.
Medienberichten zufolge bekräftigte zudem das Bankhaus Berenberg seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 358 Euro. Das Unternehmen bringt an der Börse eine Marktkapitalisierung von 3,53 Milliarden Euro auf die Waage.
Konkrete operative Kennzahlen für das laufende Geschäftsjahr stehen im Spätherbst auf der Agenda des Kapitalmarkts. Für den 12.11.2026 ist die Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal und zu den ersten neun Monaten des Jahres 2026 angekündigt. Im Rahmen des zugehörigen Earnings Calls wird sich zeigen, wie sich die jüngsten Missionsstarts und Projektbeauftragungen in den Finanzkennzahlen der Gruppe niederschlagen.
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