OHB SE Aktie: EBIT springt um 46 Prozent auf 38,9 Millionen

OHB steigt in den SDAX auf und präsentiert starke Halbjahreszahlen mit Umsatzplus und Rekordauftragsbestand. Analysten zeigen sich gespalten.

Auf einen Blick:
  • SDAX-Aufnahme mit sofortiger Wirkung
  • Umsatzplus von elf Prozent
  • EBIT steigt um 46 Prozent
  • Rekordhoher Auftragsbestand von 3,3 Milliarden

OHB SE ist seit heute Mitglied im SDAX. Die außerplanmäßige Aufnahme mit Wirkung zum 13. August wurde am vergangenen Montag bekanntgegeben, das Bremer Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen ersetzt im Index die Klöckner & Co SE.

Für Vorstandschef Marco Fuchs ist der Schritt mehr als eine formale Umgruppierung: „Die Aufnahme in den SDAX ist ein wichtiger Meilenstein für OHB und unterstreicht die erfolgreiche Entwicklung unseres Unternehmens sowie die zunehmende Bedeutung der europäischen Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie“, ließ er per Unternehmensmitteilung wissen. Eine mögliche Aufnahme in den TecDAX steht bereits im Raum – sie würde im Zuge der nächsten regulären Indexüberprüfung im September geprüft.

Der Kurs notiert aktuell bei 262,00 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 11 Prozent, seit Jahresbeginn hat sich das Papier mehr als verdoppelt.

Zum bisherigen Jahreshoch von 688,00 Euro, das im Mai markiert wurde, bleibt allerdings ein deutlicher Abstand von 62 Prozent – die Aktie hat sich seither erheblich abgekühlt, notiert aber gut über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 250,40 Euro.

Halbjahreszahlen liefern das operative Fundament

Der Indexaufstieg fällt mit einer soliden Geschäftsentwicklung zusammen. Anfang August legte OHB die Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vor: Der Gesamtumsatz stieg um 11 Prozent auf 627,9 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA kletterte um 31 Prozent auf 60,4 Millionen Euro.

Noch deutlicher fiel der Sprung beim bereinigten EBIT aus, das um 46 Prozent auf 38,9 Millionen Euro zulegte. Der Auftragsbestand wuchs von 3.067 Millionen Euro im Vorjahr auf nun 3.304 Millionen Euro.

Auch die Bilanzstruktur hat sich merklich verändert: Die Eigenkapitalquote stieg von 27,5 Prozent zum Jahresende 2025 auf 43,3 Prozent zur Jahresmitte, das Eigenkapital selbst mehr als verdoppelte sich von 431,4 auf 915,6 Millionen Euro – ein Effekt der im laufenden Jahr durchgeführten Kapitalerhöhung, die im ersten Halbjahr allerdings auch mit 21 Millionen Euro an Transaktionskosten zu Buche schlug. Diese Transformationskosten sollen laut Unternehmensangaben im kommenden Jahr auslaufen.

Für das Gesamtjahr bestätigte das Management die Guidance: eine Gesamtleistung von rund 1.400 Millionen Euro und eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 10,5 und 11 Prozent. Der Auftragsbestand liegt auf Rekordniveau, die Pipeline für neue Projekte summiert sich nach Unternehmensangaben auf rund 20 Milliarden Euro.

Das Management rechnet damit, dass der Auftragseingang im weiteren Jahresverlauf stärker anzieht – laufende Verhandlungen zu ESA-Verträgen wie Sentinel, Clear Space One und Upstart sollen dazu beitragen. Größere Bundeswehr-Aufträge sind in der Planung für 2026 dagegen noch nicht enthalten; ihre Materialisierung wird erst zwischen 2027 und 2029 erwartet.

Rückschlag bei Rocket Factory Augsburg

Nicht alle Nachrichten aus dem Konzern waren erfreulich: Der erste Testflug der Tochter Rocket Factory Augsburg verzögert sich erneut. Tank-Probleme machten es notwendig, die Rakete vom Startpad zu entfernen und zu inspizieren.

Auf der operativen Seite gab es zugleich neue Meilensteine: Die tschechische Tochter OHB Czechspace wird erstmals in der Unternehmensgeschichte Hauptauftragnehmer, für die Mission SOVA-S. OHB SPACE UK erreichte im Rahmen der EnVision-Mission einen weiteren Meilenstein.

Zudem sicherte sich die italienische Tochter OHB Italia einen Auftrag der Raumfahrtagentur ASI für die zweite Generation der PRISMA-Mission zur hyperspektralen Erdbeobachtung, die bis Ende 2031 laufen soll.

Mehrere Analysehäuser, darunter Deutsche Bank, Jefferies und Goldman Sachs, hatten Anfang August die Coverage für OHB aufgenommen und dabei Kursziele zwischen 250 und 360 Euro genannt – Goldman Sachs positionierte sich mit einem Neutral-Votum vergleichsweise zurückhaltend. Angesichts des seitherigen Kursverlaufs bleibt abzuwarten, wie sich diese erste Einschätzungswelle mit den nun vorliegenden Halbjahreszahlen und dem SDAX-Aufstieg verträgt.

OHB-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue OHB-Analyse vom 13. August liefert die Antwort:

Die neusten OHB-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für OHB-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

OHB: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)