Die Europäische Weltraumorganisation ESA treibt Überlegungen für eine eigene europäische Präsenz im All voran und setzt dabei auf die Bremer OHB SE. Am Dienstag vergab die Raumfahrtagentur an zwei Industriekonsortien Aufträge für parallel laufende Vorstudien zu einem künftig von Europa geführten Außenposten im niedrigen Erdorbit.
Eines dieser Konsortien steht unter der direkten Leitung von OHB. An der Börse notiert das Papier heute bei 178,60 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,7 Prozent entspricht.
Der Auftrag der ESA umfasst technische sowie programmatische Machbarkeitsanalysen mit einer Laufzeit von rund neun Monaten. Ziel der parallelen Vergabe an zwei Gruppen ist es, tragfähige und vergleichende Entwürfe für eine eigenständige europäische Orbitalstation zu erhalten.
Für den Bremer Raumfahrtkonzern bedeutet das Mandat eine wichtige Positionierung im Wettbewerb um künftige astronautische und robotische Explorationsprogramme der europäischen Raumfahrtpolitik.
Strategische Initiativen im Sicherheitssektor
Parallel zu den wissenschaftlichen Programmen baut der Konzern sein Profil im Sicherheits- und Verteidigungsbereich aus. Am 24. September unterzeichnete die Tochtergesellschaft OHB Sweden eine Absichtserklärung mit dem schwedischen Rüstungsunternehmen Saab. Die Vereinbarung zielt auf eine vertiefte Kooperation bei weltraumgestützten Verteidigungsfähigkeiten ab.
Im Mittelpunkt der geplanten Zusammenarbeit stehen orbital gestützte Lagebilder, sichere Kommunikation sowie Systeme für Konnektivität und Resilienz. Bei dem unterzeichneten Memorandum of Understanding handelt es sich um einen gemeinsamen Kooperationsrahmen, nicht um einen bezifferten Auftrag. Beide Partner wollen im Rahmen dieser Struktur konkrete militärische und sicherheitsrelevante Weltraumanwendungen ausloten.
TecDAX-Rückkehr und Ausblick
Auf dem Börsenparkett verzeichnet der Titel eine deutliche Aufwärtsbewegung: Seit Jahresanfang steht ein Kursplus von 53 Prozent zu Buche. Rückenwind brachte zudem die planmäßige Indexüberprüfung des Anbieters STOXX, in deren Folge OHB am 21. September in den TecDAX aufgenommen wurde und dort den IT-Dienstleister CANCOM ersetzte.
In der Aktionärsstruktur bleibt die Gründerfamilie Fuchs Mehrheitseigentümer. Der Finanzinvestor KKR, der seit 2023 über die Orchid Lux HoldCo S.à r.l. als Minderheitsaktionär investiert ist, trat bei der Kapitalerhöhung im Juni als Verkäufer von Bestandsaktien auf und reduzierte seine Beteiligung laut dem Halbjahresbericht vom 6. August auf rund 20 Prozent.
Vor gut einer Woche hoben Analysten ihre Kursziele für OHB an, seither verlor der Titel rund 1,5 Prozent. Deutsche Bank Research bezifferte das Kursziel mit der Einstufung „Buy“ auf 300 Euro und verwies auf mittelfristige Auftragspotenziale. Berenberg stufte das Papier ebenfalls mit „Buy“ und einem Kursziel von 358 Euro ein. Der nächste planmäßige Berichtstermin des Unternehmens folgt am 12. November mit der Vorlage der neuen Finanzzahlen.
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