OHB steuert auf ein dichtes Wochenprogramm im Weltraumgeschäft zu, und zwei Analysehäuser sehen darin gute Gründe für einen Einstieg. Kepler rät zum Kauf, auch ODDO BHF äußert sich bullish zur Aktie des Bremer Raumfahrtkonzerns. Der Hintergrund: Innerhalb weniger Tage kommen mehrere operative Fortschritte zusammen, die den Konzern im europäischen Raumfahrtmarkt sichtbar positionieren.
ESA-Vertrag und erfolgreicher Ariane-Start
Die OHB-Tochter Rocket Factory Augsburg hat von der europäischen Weltraumbehörde ESA einen Vertrag im Rahmen der zweiten Vergaberunde der European Launcher Challenge erhalten, der bis Mitte 2029 läuft.
Parallel dazu ist der MTG-Imager 2 erfolgreich mit einer Ariane 6 vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou gestartet. Beide Ereignisse unterstreichen die Rolle von OHB als europäischer Systemanbieter für Trägerraketen und Satelliten – ein Geschäftsfeld, das zuletzt im Zentrum mehrerer Aufträge stand.
ATHENE-1 vor dem Start mit SpaceX
Im Fokus der Anleger steht nun der bevorstehende Start des 400 Kilogramm schweren Satelliten ATHENE-1, der Anfang Oktober mit einer Falcon 9 von SpaceX ins All gebracht werden soll. Dieser Termin gilt als nächster wichtiger Meilenstein für OHB und dürfte die Nachrichtenlage in den kommenden Wochen prägen. Kepler und ODDO BHF verweisen in ihrer positiven Einschätzung explizit auf diesen anstehenden Start als Katalysator für die Aktie.
Charttechnisch hat sich rund um die Marke von 190 Euro eine wichtige Schwelle herausgebildet, die nach Einschätzung der Analysten nun über die weitere Richtung entscheidet. Die Aktie schloss am Freitag bei 191,40 Euro, ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vortag – ein erster Hinweis darauf, dass sich der Kurs oberhalb dieser Marke zu stabilisieren versucht.
Ein Konzern mit mehreren Baustellen im All
Die Meldungen vom Wochenende zeigen ein Unternehmen, das an mehreren Fronten gleichzeitig liefert: Trägerraketentechnologie über Rocket Factory Augsburg, Satellitenbau für Wettersatelliten wie den MTG-Imager 2, und nun die bevorstehende ATHENE-1-Mission als eigenständiges Projekt. Diese Breite im Portfolio erklärt, warum Analysten trotz der zuletzt volatilen Kursentwicklung Substanz in der Aktie sehen.
Der Blick auf die vergangenen Wochen relativiert die aktuelle Zuversicht allerdings nicht unerheblich: Der Kurs liegt derzeit rund 26 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt, was die schwierige Phase der vergangenen Monate widerspiegelt. Gleichzeitig steht auf Sicht von zwölf Monaten weiterhin ein deutliches Plus zu Buche – ein Beleg dafür, dass die langfristige Neubewertung der Aktie trotz der jüngsten Konsolidierung intakt bleibt.
Für Anleger dürfte in den kommenden Wochen entscheidend sein, ob der ESA-Vertrag für Rocket Factory Augsburg operativ Fahrt aufnimmt und ob der ATHENE-1-Start im Oktober wie geplant verläuft. Beide Ereignisse liefern konkrete Meilensteine, an denen sich die These der Analysten überprüfen lässt – deutlich greifbarer als reine Kursbewegungen der vergangenen Handelstage.
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