Es ist derzeit ein ewiges Auf und Ab mit der OHB-Aktie. Nachdem das deutsche Raumfahrtunternehmen gestern um ca. acht Prozent zulegen konnte, verliert es heute postwendend alle Kursgewinne des Vortages. Warum eigentlich?
Eine Kapitalerhöhung
Die Achterbahnfahrt der OHB-Aktie lässt sich mit zwei großen Kapitalmaßnahmen erklären, die einerseits den Kurs belasten, andererseits aber auch große Hoffnung erzeugen. OHB kündigte zuletzt eine massive Bezugsrechtskapitalerhöhung im Volumen von rund einer halben Milliarde Euro an.
Das Geld soll direkt in den Ausbau der Produktion, in Zukunftsprogramme (wie die Mondexploration) und in strategische Übernahmen fließen. Der Markt feierte gestern das Signal: OHB will die Gunst der Stunde nutzen, um sich zu einem der führenden, unabhängigen Player in der europäischen Raumfahrt aufzuschwingen.
Wenn ein Unternehmen im Wert von rund acht Milliarden Euro neue Aktien im Wert von 500 Millionen Euro ausgibt, erhöht sich die Anzahl der Aktien auf dem Markt deutlich. Da OHB bisher keinen konkreten Ausgabepreis für die neuen Anteile genannt hat, preist der Markt vorsorglich das Risiko ein, dass die neuen Aktien mit einem deutlichen Rabatt ausgegeben werden, was den Wert der Altaktien verwässert.
Und ein Anteilsverkauf
Gleichzeitig will einer der beiden Hauptaktionäre von OHB, der Finanzinvestor KKR, der aktuell knapp 29 Prozent am Unternehmen hält, einen signifikanten Teil seiner Beteiligung versilbern und zu Kasse machen. Durch die Kapitalerhöhung und den KKR-Verkauf soll der bisher extrem geringe Streubesitz der Aktie von mageren sechs auf rund 26 Prozent hochschnellen.
Langfristig ist das gut, weil es die Aktie für große Fonds handelbar macht. Kurzfristig schwemmt es aber eine riesige Menge an Aktien auf den Markt. Dieser drohende Angebotsüberhang erzeugt massiven Verkaufsdruck.
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