OHB-Aktie: Alles eingepreist?

Für die OHB-Aktie geht es am Donnerstag um über sechs Prozent bergab. Was steckt hinter dem Kurssturz des deutschen Luft- und Raumfahrtunternehmens?

Auf einen Blick:
  • Rekordzahlen 2025 und Prognoseanhebung 2026
  • Gefahr durch Airbus-Leonardo-Thales-Gemeinschaftsunternehmen
  • Sehr ambitionierte Bewertung mit Forward-KGV von über 70

Für die OHB-Aktie geht es am Donnerstag um über sechs Prozent bergab. Was steckt hinter dem Kurssturz des deutschen Luft- und Raumfahrtunternehmens?

Gründe für Gewinnmitnahmen

Konkrete Nachrichten, die einen Kursrückgang in dieser Höhe rechtfertigen könnten, gibt es nicht. Wahrscheinlich haben einige Anleger nach der Megarallye seit Jahresbeginn ihre Gewinne mit der OHB-Aktie mitgenommen.

Die jüngsten Nachrichten sind zweifellos bereits in den Kurs der OHB-Aktie eingepreist. Vor einer Woche meldete das Unternehmen Rekordzahlen für das vergangene Jahr und hob seine Prognose für das laufende Jahr an. Auch die vor knapp einer Woche erfolgte Anmeldung der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Rheinmetall Digital beim Bundeskartellamt dürfte in den Kurs eingepreist sein.

Zu den Gewinnmitnahmen könnte ebenfalls die Formierung eines gefährlichen Wettbewerbers beigetragen haben. Die europäischen Rüstungsriesen Airbus, Leonardo und Thales arbeiten an einem gemeinsamen Raumfahrtunternehmen, das mit einem Jahresumsatz von über sechs Milliarden Euro erheblich größer wäre als OHB.

Für OHB ist das Vorhaben besonders heikel, weil Thales Alenia Space gleichzeitig Wettbewerber und Zulieferer ist — etwa bei der LISA-Mission und künftigen Copernicus-Satelliten. OHB-Chef Marco Fuchs hat deshalb angekündigt, sich aktiv am Kartellverfahren gegen die Fusion zu beteiligen.

Eine fantasievolle Bewertung

Für die OHB-Aktie sind kurzfristig keine Kurskatalysatoren in Aussicht. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 70 ist die Aktie nach wie vor sehr ambitioniert bewertet. Die Aktie bringt viel Fantasie mit sich, aber auch eine fantasievolle Bewertung.

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