OHB: 392 Prozent Gewinn in zwölf Monaten

Die OHB-Aktie korrigiert nach einem Jahresplus von 392 Prozent deutlich. Die entscheidende Unterstützung liegt bei 355 Euro.

Auf einen Blick:
  • Kurs rund 44 Prozent unter Rekordhoch
  • Fokus auf 50-Tage-Durchschnitt bei 355 Euro
  • RSI zeigt neutrale Marktlage an
  • Volatilität bleibt mit 142 Prozent extrem hoch

Nach einem Jahresgewinn von über 200 Prozent hat die OHB-Aktie einen erheblichen Teil ihrer jüngsten Gewinne abgegeben. Der Kurs steht mit 386,00 Euro rund 44 Prozent unter dem Allzeithoch vom Mai. Jetzt zeigt sich, ob der starke Aufwärtstrend trägt — oder ob die Korrektur weiterläuft.

Starker Trend, scharfer Rücksetzer

Das Gesamtbild bleibt bemerkenswert. Über zwölf Monate steht ein Plus von knapp 392 Prozent. Seit Jahresanfang beträgt der Zuwachs noch immer über 217 Prozent. Das 52-Wochen-Tief von 64,20 Euro liegt mehr als 500 Prozent entfernt.

Kurzfristig hat sich das Bild jedoch gedreht. In den vergangenen sieben Tagen verlor die Aktie rund 11 Prozent — nach einem Plus von fast 38 Prozent über die vorangegangenen 30 Tage. Das sieht nach einer scharfen Konsolidierung aus, nicht nach einem Trendbruch.

Die Schlüsselmarke: 355 Euro

Technisch entscheidend ist der 50-Tage-Durchschnitt bei 355,08 Euro. Der aktuelle Kurs liegt noch etwa 9 Prozent darüber. Die gleitenden Durchschnitte zeigen eine klassisch bullische Staffelung: Der 50-Tage-Wert liegt über dem 100-Tage-Wert bei 297,60 Euro, dieser wiederum über dem 200-Tage-Wert bei 203,63 Euro.

Solange die Aktie oberhalb von 355 Euro schließt, bleibt der Rücksetzer technisch kontrolliert. Ein Rutsch darunter würde den Blick auf den 100-Tage-Durchschnitt bei 297,60 Euro lenken.

Der RSI liegt bei 46,4 — neutral, weder überkauft noch überverkauft. Die Aktie hat also bereits deutlich korrigiert, ohne eine Kapitulationszone zu erreichen.

Hohe Volatilität, aktiver Nachrichtenfluss

Ein Warnsignal bleibt die annualisierte 30-Tage-Volatilität von fast 142 Prozent. Bei solchen Schwankungsbreiten können Unterstützungsmarken schnell durchlaufen werden. Einzelne Tagesbewegungen sagen wenig — Schlusskurse an den zentralen Marken zählen.

Fundamental bleibt OHB aktiv. Das Unternehmen hat die Montage der RAMSES-Sonde im Bremer Reinraum begonnen. OHB Czechspace erhielt von der ESA den Zuschlag für die nächste Entwicklungsphase der SOVA-S-Mission. Solche Meldungen erklären die Aufmerksamkeit rund um die Aktie. Ein technisches Kaufsignal liefern sie nicht.

Auf der Oberseite liegt der erste relevante Widerstand bei 415 Euro — dem Schlusskurs vom Donnerstag. Erst eine Rückkehr über dieses Niveau würde das kurzfristige Chartbild aufhellen.

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