Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB SE surft auf einer Welle neuer Aufträge. Die Aktie reagiert darauf extrem sensibel. Nur 5,7 Prozent der Papiere sind frei handelbar. Die Gründerfamilie Fuchs und der Investor KKR kontrollieren den Rest. Die Folge: Dieser extrem dünne Streubesitz verwandelt jede Nachricht in starke Kursausschläge. Zuletzt pendelte der Kurs um die Marke von 457 Euro.
Milliarden-Aufträge treiben das Geschäft
Hinter der Volatilität stehen handfeste Zahlen. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 15 Prozent auf knapp 201 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich auf 27,3 Millionen Euro.
Besonders der Auftragsbestand sticht hervor. Er sprang im Jahresvergleich um fast die Hälfte nach oben. Mit 3,35 Milliarden Euro verzeichnet das Unternehmen einen neuen Rekordwert. Zwei Großprojekte treiben dieses Wachstum maßgeblich an.
Die schwedische Tochtergesellschaft verbuchte mit der Satelliten-Konstellation EPS-Sterna einen Einzelauftrag über 248 Millionen Euro. Parallel dazu sichert sich OHB Italia eine Schlüsselrolle bei der Ramses-Mission zum Asteroiden Apophis. Ein aktueller Vertrag über 81,2 Millionen Euro markiert den Startschuss für den Bau.
Bundeswehr plant eigenes Satelliten-Netz
Ein weiteres Großprojekt nimmt konkrete Formen an. Das Bundeskartellamt genehmigte im April ein Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall Digital und OHB. Beide Firmen wollen sich einen gigantischen Rüstungsauftrag sichern.
Die Bundeswehr plant unter dem Namen „SATCOMBw Stufe 4“ eine abhörsichere Kommunikationsinfrastruktur. Branchenkenner nennen das Projekt bereits das „deutsche Starlink“. Bis 2029 sollen bis zu 200 Satelliten im niedrigen Erdorbit kreisen. Experten schätzen das gesamte Auftragsvolumen auf zehn Milliarden Euro. OHB soll dabei die Satelliten bauen und die Bodenstationen errichten.
Mittelfristige Ziele im Fokus
Am morgigen Montag stellt sich das Management den Investoren. Beim Capital Markets Update stehen die mittelfristigen Finanzpläne auf der Agenda. Die bisherigen Vorgaben sind ambitioniert. Für das laufende Jahr peilt der Vorstand 1,4 Milliarden Euro Umsatz an. Die operative Marge soll elf Prozent erreichen.
Bis 2028 will der Konzern die Gesamtleistung auf über zwei Milliarden Euro steigern. Anleger erwarten nun Details zur Umsetzung. Gelingt es dem Management, die Margenziele und Projektmeilensteine glaubhaft zu untermauern, könnte die Aktie ihr jüngstes Xetra-Hoch von 495,50 Euro erneut testen.
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