Am Montagmorgen ging es für den WTI-Ölpreis um 5,1 % auf 80,52 US-Dollar pro Barrel nach unten. Die Notierung hat damit ihre Mitte Mai gestartete Abwärtsbewegung fortgesetzt, nachdem der Ölpreis im März massiv angestiegen war (Stand: 15.06.2026, 10:00 Uhr.)
Verantwortlich für den Kursrutsch ist der Iran-Krieg. Nach mehr als 100 Tagen der Schließung zeichnet sich eine diplomatische Wende im Nahen Osten ab: US-Präsident Donald Trump gab am Sonntagabend bekannt, dass eine Einigung mit dem Iran über die Wiedereröffnung der Straße von Hormus erzielt worden sei. Die Nachricht ließ den Ölpreis bereits im asiatischen Frühhandel am Montag schlagartig einbrechen.
Ölpreis: Iran-Krieg – Abkommen soll am Freitag unterzeichnet werden
Trump erklärte auf seinen sozialen Kanälen, Öl werde wieder durch die Meerenge fließen, sobald das Abkommen am Freitag offiziell unterzeichnet sei. Der iranische Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi bestätigte, dass der Text eines Grundsatzdokuments fertiggestellt worden sei und die Unterzeichnung in der Schweiz stattfinden solle.
Pakistan und Katar, die beiden Hauptvermittler, bestätigten ebenfalls die Vereinbarung.
Ölpreis: Sanktionserleichterungen, eingefrorene Gelder und Atomgarantien als Kernpunkte
Laut Berichten soll das Abkommen ein Ende des Krieges im Libanon, die vorübergehende Aussetzung von Sanktionen auf iranisches Öl, die Freigabe von 24 Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern sowie eine iranische Garantie umfassen, keine Atomwaffen zu entwickeln. Während der 60-tägigen Waffenruhe soll der Iran seine Rohölexporte wieder aufnehmen dürfen, während breitere Nuklearverhandlungen weitergeführt werden.
Die Einigung wäre beinahe in letzter Minute gescheitert: Ein israelischer Luftangriff auf den Südlibanon drohte den Prozess zu unterbrechen. Trump kritisierte den Angriff öffentlich scharf und forderte alle Seiten auf, Angriffe sofort einzustellen.
Ölpreis: Iran-Risiken bleiben
Neben dem Ölpreis mussten auch die entsprechenden Aktien am Montag Federn. So stand z.B. der Ölgigant Shell zum oben genannten Zeitpunkt mit -4,5 % im Minus. Branchenkenner warnen jedoch, dass die Preise auf insgesamt erhöhtem Niveau bleiben könnten. So dürfte es einige Zeit dauern, bis die Meerenge faktisch wieder vollständig befahrbar ist, zumal die Versicherungen und Reedereien weiterhin Risiken einpreisen dürften, da die Gefahr einer erneuten Eskalation zunächst bestehen bleiben dürfte.
Der grundlegende Konflikt zwischen den USA/Israel und dem Iran ist jedenfalls längst noch nicht gelöst.
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