Die Ölpreise sind seit Ende Februar um bis zu 40 Prozent gestiegen und durchbrachen zeitweise die Marke von 100 Dollar je Barrel. Am Dienstag schloss der Preis unter 84 Dollar, während Händler die Aussagen von Präsident Trump zur Kriegsdauer genau verfolgen. Als Reaktion auf diese Entwicklung hat die Internationale Energieagentur bei einem Notfalltreffen am Dienstag den größten Reserveabbau ihrer Geschichte vorgeschlagen, wie das Wall Street Journal berichtet.
Historischer Umfang übertrifft Ukraine-Krise
Die geplante Freigabe würde die 182 Millionen Barrel übertreffen, die IEA-Mitgliedsländer 2022 nach der russischen Invasion in der Ukraine auf den Markt brachten. Der Vorschlag zielt darauf ab, die massive Störung durch die nahezu vollständige Schließung der Straße von Hormus auszugleichen. Durch diese enge Wasserstraße zwischen dem Persischen Golf und den globalen Märkten fließt täglich etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung.
Die Mitgliedsländer sollen am Mittwoch über den Vorschlag entscheiden. Er würde angenommen, falls kein Land Einspruch erhebt. Allerdings könnte bereits der Protest eines einzigen Landes den Plan verzögern, wie Beamte erklärten.
Gemischte Bilanz früherer Freisetzungen
IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol bezifferte die verfügbaren Reserven am Montag auf 1,2 Milliarden Barrel in öffentlichen Beständen plus weitere 600 Millionen in verpflichtenden kommerziellen Lagern. Dies entspricht grob gerechnet etwa 124 Tagen verlorenem Angebot aus der Golfregion.
Frühere Freigaben aus strategischen Reserven zeigten unterschiedliche Wirkungen. Nach der russischen Invasion 2022 stiegen die Ölpreise zunächst um 20 Prozent, da Händler die Freigabe als Zeichen einer ernsten Krise werteten. Analysten zufolge halfen die Maßnahmen später jedoch, die Preise zu senken. Besonders erfolgreich verlief eine Freigabe 1991, als Präsident George H.W. Bush in der Nacht des Angriffs auf den Irak die erste Freisetzung der strategischen Petroleum-Reserve anordnete.
Ökonomen warnen vor den Folgen anhaltend hoher Ölpreise für Inflation und Aktienmärkte. Wie sich die aktuelle Situation entwickelt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell die Reserven tatsächlich auf den Markt gelangen und wie Händler die Dauer der Krise einschätzen.
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