Die Ölmärkte erleben laut Goldman Sachs den größten Schock ihrer Geschichte. Doch während Brent-Rohöl um mehr als 40 Prozent zulegte und die Marke von 100 Dollar je Barrel überschritt, verteuerten sich raffinierte Produkte wie Diesel und Kerosin noch deutlich stärker. In Teilen Asiens haben sich die Kraftstoffkosten zuletzt nahezu verdoppelt.
Die Analysten Yulia Zhestkova Grigsby und Daan Struyven von Goldman Sachs führen dies auf massive Störungen bei der Versorgung mit mittelschweren Rohölsorten zurück. Diese Sorten eignen sich besonders gut für die Herstellung von Diesel, Kerosin und Heizöl. Der Konflikt im Nahen Osten beeinträchtigt die Exportfähigkeit der Produzenten am Persischen Golf erheblich und führt zu Ausfällen in Raffinerien.
Asiatische Länder schränken Exporte ein
Die Situation verschärft sich durch protektionistische Maßnahmen. Nach China und Thailand hat nun auch Südkorea Exportbeschränkungen für Kraftstoffe verhängt, um die heimischen Märkte zu schützen. „Keine Produkte oder Regionen sind vollständig immun“, warnen die Goldman-Analysten in ihrem Bericht.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notierte Brent-Rohöl bei 100,71 Dollar je Barrel. Die Spreizung zwischen Rohöl- und Produktpreisen dürfte sich nach Einschätzung der Analysten weiter ausweiten, solange die Versorgungsengpässe anhalten.
Raffinerien rücken in den Fokus
Für Anleger könnten Raffinerieunternehmen interessant werden, die von den steigenden Margen zwischen Rohöl und raffinierten Produkten profitieren. Nach quantitativen Ratings führt PBF Energy die Liste mit einem „Strong Buy“-Rating an, gefolgt von Par Pacific Holdings. Auch Delek US Holdings, Phillips 66 und HF Sinclair werden positiv bewertet.
Zurückhaltender positioniert sind die Analysten bei Valero Energy und Marathon Petroleum, die jeweils nur ein „Hold“-Rating erhalten. CVR Energy bildet mit einem „Sell“-Rating das Schlusslicht der Gruppe.
Bleibt abzuwarten, wie lange die außergewöhnliche Preisdynamik bei raffinierten Produkten anhält. Die weitere Entwicklung dürfte maßgeblich vom Verlauf des Konflikts im Nahen Osten und möglichen Produktionsausweitungen abhängen.
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