Ocugen richtet den Blick nach vorn und steckt den zeitlichen Rahmen für seine klinischen Entwicklungsprogramme ab. In einer am 15. Oktober veröffentlichten Unternehmenspräsentation konkretisierte die Gesellschaft ihre mittelfristigen Meilensteine. Im Zentrum stehen dabei die Zulassungsperspektiven der eigenen Gentherapiekandidaten, für die bis 2028 insgesamt drei Anträge auf Marktzulassung (Biologics License Applications, BLA) angestrebt werden.
Für das am weitesten fortgeschrittene Programm OCU400 peilt das Unternehmen die Veröffentlichung der Topline-Ergebnisse für das erste Quartal 2027 an. Diese Daten bilden die Basis für spätere Zulassungsschritte. Anleger blicken dennoch vorsichtig auf die ambitionierten Pläne: Die Aktie notiert bei 0,7000 Euro und markiert damit ihr 52-Wochen-Tief. Seit Jahresanfang summieren sich die Kursverluste auf 44 Prozent.
Internationale Ausrichtung und operative Schritte
Neben den Zielmarken für die US-Behörden treibt das Unternehmen auch seine internationalen Vorbereitungen voran. Vor rund zwei Wochen berief Ocugen Jolanda Crombach zur General Managerin der europäischen Tochtergesellschaft.
Die Niederlassung mit Sitz in Amsterdam soll die geplanten Anträge auf Marktzulassung in Europa koordinieren. Zudem fällt die Phase-3-Entwicklung von OCU410 sowie eine künftige kommerzielle Vermarktung auf dem europäischen Kontinent in diesen Aufgabenbereich.
Parallel dazu strukturierte das Unternehmen den Vertrieb in weiteren Regionen über Partnerschaften. Im Rahmen einer exklusiven Lizenzvereinbarung für OCU400 mit Roots Pharmaceutical und dem Partner Al-Dhow International Holding wurden die Rechte für ausgewählte Länder im Nahen Osten und Nordafrika vergeben.
Die Vereinbarung umfasst Zahlungen von bis zu 4 Millionen $ für Entwicklungsschritte, mögliche umsatzabhängige Meilensteine von bis zu 255 Millionen $ sowie Lizenzgebühren von 22 Prozent auf die Nettoerlöse, während Ocugen die Herstellung und Belieferung übernimmt.
Verschobenes Aktionärsvotum zur Kapitalerhöhung
Während die klinische Roadmap bis 2028 gezeichnet ist, bleibt die finanzielle Handlungsfähigkeit ein bestimmendes Thema. Die geplante Beschlussfassung über eine Schaffung von 250 Millionen zusätzlichen Stammaktien erfordert weiterhin Geduld. Eine außerordentliche Aktionärsversammlung zu dieser Vorlage wurde auf den 22. Dezember 2026 verlegt. Als neuer Stichtag für die Stimmberechtigung wurde der 30. Oktober 2026 festgelegt.
Bis zur Vorlage der ersten Studienergebnisse von OCU400 Anfang 2027 ist das Unternehmen auf eine gesicherte Finanzierung angewiesen, um die Pipeline planmäßig zu den anvisierten Zulassungsanträgen zu führen.
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