Ocugen baut seine Präsenz in Europa auf und holt dafür eine Managerin mit Moderna-Erfahrung. Jolanda Crombach übernimmt die Leitung der neu gegründeten Tochtergesellschaft in Amsterdam. Der Schritt zeigt, wie konkret das Biotech-Unternehmen inzwischen die Zulassungsphase seiner Gentherapien plant.
Erfahrene Führungskraft aus der Branche
Crombach bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Pharmaindustrie mit. Zuletzt war sie Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied von Moderna Netherlands, wo sie die niederländische Niederlassung von Grund auf aufbaute und anschließend führte. Zuvor hatte sie bei MSD und Pfizer Führungsrollen in Vertrieb, Marktzugang, Medizin und Public Affairs inne. Ihre Laufbahn begann sie als Apothekerin, ihren Abschluss machte sie an der Universität Utrecht.
Die neue Europa-Einheit soll Team und Infrastruktur aufbauen. Sie begleitet die anstehenden Zulassungsanträge und die Phase-3-Programme und bereitet eine mögliche Markteinführung vor.
CEO Shankar Musunuri nannte eine starke europäische Präsenz einen wichtigen Baustein der Wachstumsstrategie. Crombachs Kenntnis des europäischen Gesundheitssystems sei dafür wertvoll.
Drei Phase-3-Programme im Hintergrund
Ocugen entwickelt sogenannte Modifier-Gentherapien. Sie sollen nicht eine einzelne Genmutation korrigieren, sondern das Gleichgewicht mehrerer Gennetzwerke wiederherstellen. Drei Kandidaten befinden sich in der späten Studienphase:
- OCU400 gegen Retinitis pigmentosa
- OCU410 gegen geografische Atrophie infolge trockener altersbedingter Makuladegeneration
- OCU410ST gegen die Stargardt-Erkrankung
Wichtige Datenauswertungen erwartet das Unternehmen in den Jahren 2027 und 2028. Danach sollen globale Zulassungsanträge folgen, darunter Marktzulassungsanträge in Europa. Mit der Amsterdamer Tochter schafft Ocugen die Struktur dafür bereits jetzt.
Die Aktie schloss am Montag bei 1,04 Dollar und lag im vorbörslichen Handel am Dienstag leicht darüber bei 1,05 Dollar. Die Personalie ist für sich genommen kein Kurstreiber. Sie signalisiert aber, dass Ocugen die Kommerzialisierung in Europa organisatorisch vorbereitet, noch bevor die entscheidenden Studiendaten vorliegen. Erste Ergebnisse der Phase-3-Programme stehen 2027 an.
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