Ocugen Aktie: 140 Teilnehmer in liMeliGhT

Ocugen schließt Rekrutierung für Phase-3-Studie zu OCU400 ab. Ergebnisse im Frühjahr 2027 könnten den Weg zur FDA-Zulassung ebnen.

Auf einen Blick:
  • Rekrutierung für Phase-3-Studie abgeschlossen
  • Ergebnisse für OCU400 im Q1 2027 erwartet
  • Zwei weitere Programme im klinischen Fortschritt
  • Aktienkurs trotz Tagesminus mit Jahresplus

Ein Patient mit Retinitis pigmentosa berichtet nach einer Behandlung mit OCU400 von verbesserter Sehanpassung. Für Ocugen ist das mehr als eine Fallstudie — es ist ein Vorgeschmack auf das, was 2027 entscheiden könnte.

OCU400: Der Schlüsselkandidat

OCU400 ist eine sogenannte gen-agnostische Therapie. Sie soll die Netzhautgesundheit insgesamt stärken — unabhängig davon, welche genetische Variante der Retinitis pigmentosa vorliegt. Das ist der entscheidende Unterschied zu klassischen Gentherapien, die jeweils nur eine Mutation adressieren.

Das Unternehmen hat die Rekrutierung für seine Phase-3-Studie liMeliGhT abgeschlossen. 140 Teilnehmer aus den USA und Kanada nehmen teil. Die wichtigsten Ergebnisse erwartet Ocugen im ersten Quartal 2027. Fallen diese positiv aus, will das Unternehmen unmittelbar danach einen Zulassungsantrag bei der FDA einreichen — eine Marktzulassung noch 2027 wäre dann möglich.

Weitere Programme im Zeitplan

Ocugen verfolgt parallel zwei weitere Programme.

OCU410ST zielt auf die Stargardt-Krankheit, eine seltene Netzhauterkrankung. Die Phase-2/3-Studie ist vollständig dosiert. Zwischendaten erwartet das Unternehmen im dritten Quartal 2026, finale Topline-Daten im zweiten Quartal 2027. Der Zulassungsantrag soll Mitte 2027 folgen.

OCU410 richtet sich gegen geografische Atrophie, eine fortgeschrittene Form der Makuladegeneration. Die registrierungsfähige Phase-3-Studie soll im dritten Quartal 2026 starten.

Das erklärte Ziel: drei BLA-Einreichungen bis 2028.

Kurs und Finanzlage

Die Aktie notiert aktuell bei 1,40 Euro — ein Tagesrückgang von knapp fünf Prozent. Über die vergangenen zwölf Monate hat der Kurs allerdings rund 69 Prozent zugelegt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2,35 Euro ist er noch gut 40 Prozent entfernt.

Die Finanzlage verdient Aufmerksamkeit. Ende März 2026 verfügte Ocugen über liquide Mittel von 32,2 Millionen Dollar. Im Mai 2026 schloss das Unternehmen eine Wandelanleihe ab. Das bringt frisches Kapital, aber auch potenzielle Verwässerung und zusätzliche Verschuldung. Wie weit die Mittel reichen, hängt vom Tempo der laufenden Studien und den Kosten für eine mögliche Zulassung ab.

Auf der Hauptversammlung Anfang Juni wählten die Aktionäre zwei neue Direktoren und bestätigten Mohamed Genead als Chief Medical Officer. Das signalisiert Kontinuität in der Führung — in einer Phase, in der das Unternehmen auf mehrere kritische Datenpunkte zusteuert.

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