Das Ende einer Ära zeichnet sich ab bei Occidental Petroleum. Vicki Hollub, seit fast einem Jahrzehnt CEO des Ölkonzerns, bereitet ihren Rückzug vor. Das berichtet Reuters unter Berufung auf informierte Kreise. Richard Jackson, seit Oktober Chief Operating Officer, soll die Nachfolge antreten. Eine offizielle Ankündigung wird noch in diesem Jahr erwartet.
Die Bilanz ihrer Amtszeit ist ernüchternd. Seit Hollub im April 2016 das Ruder übernahm, verlor die Aktie 16 Prozent an Wert. Damit gehört Occidental zu den schlechtesten Performern im Energiebereich. Zum Vergleich: Der Sektor selbst legte im gleichen Zeitraum um 270 Prozent zu. Exxon Mobil und Chevron verdoppelten sich annähernd.
Occidental Petroleum Corporation Aktie Chart
Der Anadarko-Deal als Hypothek
Das eigentliche Problem hat einen Namen: Anadarko. 2019 gewann Hollub die Bieterschlacht gegen Chevron um den Rivalen für 55 Milliarden Dollar. Finanziert wurde der Deal größtenteils mit Schulden und 10 Milliarden Dollar von Warren Buffetts Berkshire Hathaway. Die Konditionen waren happig: 8 Prozent Vorzugsaktien plus Aktienoptionen. Als die Ölpreise 2020 kollabierten, stand Occidental am Abgrund.
Auch heute noch zahlt das Unternehmen den Preis. Während die Konkurrenz mit starken Bilanzen glänzt, kämpft Occidental weiter mit 15 Milliarden Dollar Schulden. Der Verkauf des Chemiegeschäfts OxyChem an Berkshire Anfang 2025 für knapp 10 Milliarden Dollar brachte Entlastung. Doch der Zeitpunkt wirkt ungünstig: Chemieaktien wie Dow schossen seitdem um über 50 Prozent nach oben.
Für Anleger könnte der Wechsel an der Spitze eine Chance bedeuten. Mit reduzierter Schuldenlast sind Aktienrückkäufe und höhere Dividenden möglich. Die Aktie legte am Donnerstag um 4 Prozent zu und notiert bei 64,36 Dollar. Ob Jackson die richtige Wahl ist, wird sich zeigen müssen.
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