NXP Semiconductors-Aktie: Plötzlich wieder wer!

NXP übertrifft mit Q1-Zahlen die Erwartungen und hebt die Prognose für das zweite Quartal deutlich an. Das Datencenter-Geschäft soll 2026 massiv zulegen.

Auf einen Blick:
  • NXP-Aktie surgte nachbörslich um mehr als 17 Prozent
  • Q1-Umsatz stieg 12 Prozent auf 3,18 Milliarden Dollar, Gewinn je Aktie bei 3,05 Dollar
  • Q2-Ausblick übertrifft Konsensschätzungen deutlich, Midpoint bei 3,50 Dollar EPS
  • Datencenter-Umsatz soll 2026 von 200 auf über 500 Millionen Dollar wachsen

Nachbörslich, kurz nach acht Uhr abends Ortszeit, rauschte die NXP-Aktie am Dienstag um mehr als 17 Prozent nach oben. Wer noch nicht hingeschaut hatte, schaute jetzt hin.

Besser als erwartet, und zwar deutlich

NXP Semiconductors meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 3,18 Milliarden Dollar, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,05 Dollar. Die Schätzungen der Analysten lagen bei 2,99 Dollar je Aktie und 3,15 Milliarden Dollar Umsatz. Kein Ausreißer, kein Sondereffekt, sondern breite Verbesserung quer durch alle Segmente, so zumindest die Lesweise von CEO Rafael Sotomayor.

Automotive brachte 1,78 Milliarden Dollar, Industrial und IoT 628 Millionen. Die Bruttomarge lag bereinigt bei 57,1 Prozent, die operative Marge bei 33,1 Prozent. Der freie Cashflow kam auf 714 Millionen Dollar.

Der Ausblick war der eigentliche Knall

Für das zweite Quartal erwartet NXP einen Umsatz von 3,45 Milliarden Dollar, die Spanne reicht von 3,35 bis 3,55 Milliarden. Analysten hatten 3,27 Milliarden auf dem Zettel. Beim bereinigten EPS rechnet NXP mit 3,50 Dollar am Midpoint, die Spanne liegt zwischen 3,29 und 3,72 Dollar. Der Konsens war bei 3,23 Dollar. Das ist kein knappes Übertreffen, das ist ein anderes Spiel.

Sotomayor sagte, alle Regionen und alle Endmärkte sollen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr zulegen. Automotive soll im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen, Industrial und IoT sogar im hohen 30-Prozent-Bereich. Wer das noch vor 90 Tagen so formuliert hätte, wäre vermutlich skeptisch beäugt worden.

500 Millionen aus dem Datencenter

Der wohl interessanteste Satz des Abends kam zum Thema Datencenter. 2025 erzielte NXP dort rund 200 Millionen Dollar Umsatz. 2026 soll es laut Sotomayor „deutlich über 500 Millionen“ werden. NXP spielt dabei nicht im Datenverkehr selbst mit, sondern in der Infrastruktur drum herum: Systemkühlung, Stromversorgung, Board-Management, Control-Plane-Switching. Kein Nvidia-Konkurrent, aber offenbar ein gut positionierter Zulieferer des Booms.

Barclays-Analyst Thomas O’Malley fragte, ob das Datencenter-Geschäft die Marge stützt. CFO Bill Betz antwortete knapp: ja, die Margen seien dort sehr günstig im Vergleich zum Konzernschnitt.

NXP Semiconductors N.V. Aktie Chart

Engpässe, Preisdruck, China

Ganz ohne Haken kam der Abend nicht aus. Betz räumte ein, dass in Teilen der Lieferkette leichte Engpässe bestehen. Sotomayor sprach von selektiven Preisanpassungen nach oben, betonte aber, der Effekt im zweiten Quartal sei unerheblich. China wuchs im ersten Quartal und soll im zweiten weiter wachsen. Vivek Arya von BofA Securities hakte nach, ob das Wachstum im Automotive-Bereich eher durch Stückzahlen oder Preise getrieben sei. Sotomayors Antwort: Es geht um Architektur, um Software-defined Vehicles, nicht um mehr Autos.

17 Prozent in einer Nacht für ein Chip-Unternehmen, das gerade erklärt hat, warum 2026 besser wird als gedacht. Die Analysten hatten das nicht auf dem Schirm. Jetzt schon.

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