Jensen Huang hat für Montag eine Keynote in Taipeh geplant — und die Erwartungen gehen weit über Rechenzentren hinaus. Berichten zufolge wollen Nvidia und Microsoft bereits nächste Woche die ersten Windows-PCs vorstellen, die Nvidia-Chips als Hauptprozessor nutzen. Geräte aus Microsofts Surface-Linie sowie von Dell sollen dabei sein.
Vom KI-Beschleuniger zum PC-Prozessor
Der Schritt wäre strategisch bedeutsam. Bislang dominiert Nvidia den Markt für KI-Beschleuniger und Rechenzentrum-GPUs. Ein Einstieg als Hauptprozessor in Windows-PCs würde die Reichweite des Unternehmens in eine völlig neue Produktkategorie ausdehnen — und direkt in den Bereich, den bisher ARM-Chips von Qualcomm besetzen.
Die Ankündigung soll auf zwei Bühnen gleichzeitig stattfinden: auf der Computex in Taipeh und auf Microsofts Build-Entwicklerkonferenz in San Francisco. Nvidias eigene GTC Taipeh läuft vom 1. bis 4. Juni, Huangs Keynote ist für Montag, den 1. Juni, um 11 Uhr Ortszeit angesetzt. Offiziell stehen KI-Fabriken, Skalierungsinfrastruktur und agentische KI auf dem Programm — doch passende Teaser auf den Social-Media-Kanälen von Nvidia und Windows mit den Koordinaten des Taipei Music Center deuten auf mehr hin.
Bestätigt haben die Unternehmen bislang nichts. Microsoft und Dell lehnten eine Stellungnahme ab, Nvidia antwortete nicht auf eine Anfrage.
Lokale KI als neues Argument
Für Investoren geht es um eine grundsätzliche Frage: Kann Nvidia seine Dominanz im KI-Chip-Markt in eine breitere Plattformposition im Client-Computing übersetzen? Der Ansatz hätte einen klaren wirtschaftlichen Hintergrund. Microsoft arbeitet offenbar an Software, die es KI-Agenten erleichtert, lokal auf Windows-Geräten zu laufen — eine Reaktion auf die hohen Cloud-Kosten, die agentische KI-Workloads verursachen.
Ein Nvidia-betriebener ARM-PC unter Windows könnte lokale KI-Erfahrungen ermöglichen, die über die bisherige Copilot+-Kategorie hinausgehen. Das würde die Branchendiskussion von reiner Cloud-Inferenz hin zu hybriden Modellen verschieben — mit Nvidia auf beiden Seiten der Gleichung.
Huang selbst deutete in Taipeh bereits an, dass das zweite Halbjahr 2026 mit Grace Blackwell und Vera Rubin intensiv werden dürfte. Außerdem verwies er auf ein „überraschendes neues Produkt“, das noch nicht enthüllt worden sei.
Kurs mit Luft nach oben, aber noch unter Allzeithoch
Die Nvidia-Aktie schloss den Freitag bei 181,40 Euro, ein Minus von knapp 1,4 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von rund 13 Prozent zu Buche, und gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt notiert das Papier fast 13 Prozent im Plus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 201,05 Euro Mitte Mai trennen den Kurs allerdings noch knapp zehn Prozent.
Der nächste konkrete Termin nach der Keynote ist Nvidias Auftritt auf der BofA Global Technology Conference am Donnerstag, 4. Juni, um 17:40 Uhr MEZ. Ob Huang dort einen bestätigten Windows-PC-Launch mit konkreten Partnern präsentieren kann oder die Woche mit Teasern endet, dürfte den Ton für die nächste Kursbewegung setzen.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 31. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
