Liebe Leserin, lieber Leser,
an den europäischen Märkten kommt es bei der Nvidia-Aktie am Montag offenbar zu Gewinnmitnahmen. Völlig überraschend ist das nicht: Vor dem Wochenende waren die Papiere des US-Chip-Giganten deutlich gestiegen. An der Nasdaq legte die Nvidia-Aktie um gut vier Prozent zu auf knapp 211 US-Dollar. Dass sie somit die Kursschwäche vom Monatsanfang wieder ausgebügelt hat, liegt jedoch insbesondere an einem Wettbewerber, der nach SpaceX den zweitgrößten Börsengang der Geschichte hinlegte – mit Erfolg.
Nvidia Aktie Chart
IPO von SK Hynix reißt Nvidia & Co mit
Denn SK Hynix ist am Freitag mit Euphorie an der Nasdaq gestartet – und hat die gesamte Chip-Branche mit nach oben gerissen. Der südkoreanische Halbleiterhersteller startete mit einem Kursplus von 14 Prozent in den New Yorker Handel. SK Hynix dominiert das Geschäft mit sogenannter „High Bandwidth Memory“. Diese Art von Arbeitsspeicher zeichnet sich laut Handelsblatt dadurch aus, dass in ihnen mehrere Bauteile übereinander angeordnet sind, um effizienter mehr Daten übertragen zu können. Der koreanische Konzern hat sich mit der Zweitnotiz an der US-Technologiebörse 26,5 Milliarden Dollar an frischem Kapital besorgt.
- Der IPO von SK Hynix war demnach mehr als siebenfach überzeichnet
- Und so schöpften offenbar auch Nvidia-Anleger wieder neuen Mut
Roadmap für KI-Infrastruktur steht
Dabei hatte das US-Unternehmen durchaus selbst gute Nachrichten geliefert: Laut investing.com hatte Nvidia Investoren vor dem Wochenende darüber informiert, dass die Roadmap für seine KI-Infrastruktur planmäßig umgesetzt werde, die Nachfrage in allen Kundensegmenten weiterhin stark sei und zukünftige Generationen seiner Rechenzentrumsprodukte eine deutlich höhere Energieeffizienz aufweisen werden.
„Diese Mitteilung erfolgt zu einer Zeit, in der Investoren Nvidia genau beobachten, um Anzeichen dafür zu erkennen, dass sich die rasant steigenden KI-Ausgaben der Hyperscale-Cloud-Anbieter auf Unternehmen, staatliche Kunden und KI-Start-ups ausweiten“, so der Bericht. Gleichzeitig achteten Anleger demnach auf mögliche Störungen der Produkt-Roadmap, der Lieferkette oder der Rentabilität, gerade angesichts des zunehmenden Wettbewerbs. Doch diese Sorge scheint unbegründet, zumindest aus Sicht der Citigroup.
Nvidia weiterhin „Top-Kaufempfehlung“
Nach Gesprächen mit der Investor-Relations-Abteilung von Nvidia teilte die US-Bank demnach mit, den Chiphersteller weiterhin als ihre Top-Kaufempfehlung unter den Mega-Cap-Halbleiteraktien für Rechenzentren einzustufen. „Unabhängig davon bekräftigte NVIDIA sein Ziel, in diesem Jahr 50 % des Cashflows an die Aktionäre zurückzugeben, und stellte in Aussicht, dass die Aktienrückkäufe im Laufe der Zeit zunehmen könnten“, heißt es auf investing.com. Das Unternehmen halte zudem an seiner Prognose für eine Bruttomarge im mittleren 70-Prozent-Bereich fest.
Alles weitere Argumente für die ohnehin optimistischen Analysten: So liegt das durchschnittliche Kursziel für die Nvidia-Aktie laut marketscreener.com derzeit bei 301,62 US-Dollar, was ein Kurspotenzial von mehr als 40 Prozent verspricht. Entsprechend lauten die Empfehlungen der 61 aufgeführten Beobachter. Von diesen würden
- 58 die Aktie im Moment kaufen
- zwei raten zum Halten von Nvidia
- nur einer empfiehlt den Verkauf
Nvidia-Kursziel von 315 Dollar bestätigt
Zuletzt hatte Dien Wang vom US-Analysehaus Bernstein Research die Einstufung für Nvidia mit einem Kursziel von 315 US-Dollar auf „Outperform“ belassen – rund 50 Prozent über dem aktuellen Kursstand. Der Analyst erwähnte den US-Chipkonzern laut Medienberichten in einer Branchenanalyse zum Thema „Humanoide Roboter“. Wie zuvor schon festgestellt, sei es immer noch zu früh, um die endgültigen Gewinner dieses Megatrends zu identifizieren.
Wang sieht demnach auch Chancen für verzögert einsteigende Unternehmen, da es für die Pioniere bislang noch keinen dauerhaften Wettbewerbsvorteil gebe. Allerdings: Firmen wie Nvidia oder Qualcomm könnten eine Vorreiterrolle einnehmen bei der Entwicklung von Prozessoren – also den „Gehirnen solcher Roboter“, wie es hieß.
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