Europäische Finanzinstitute bringen künstliche Intelligenz laut Nvidia zunehmend in den produktiven Einsatz. Auf der Nvidia GTC Berlin zeigten Banken, Zahlungsdienstleister und Finanzdatenanbieter, wie sie offene KI-Modelle nutzen, um eigene intelligente Systeme auf ihrer eigenen Infrastruktur zu betreiben. Nvidia positioniert sich dabei als technologischer Enabler für diese Entwicklung.
Nvidia-Aktie: Banken wollen die Kontrolle über ihre Daten behalten
Ein zentrales Thema ist die sogenannte „proprietäre Intelligenz“. Statt auf vollständig geschlossene KI-Plattformen externer Anbieter zu setzen, nutzen Finanzhäuser offene Modelle, die mit eigenen Daten trainiert und innerhalb der eigenen IT-Infrastruktur betrieben werden können. Das soll Kosten senken, regulatorische Anforderungen erfüllen und die Kontrolle über sensible Finanzdaten sichern.
Nach Angaben von Nvidia gehören dazu unter anderem Starling Bank, Lloyds Banking Group, NatWest, bunq, SBS, Modulr und Santander. Die Anwendungen reichen von Sprachmodellen über Betrugsbekämpfung bis hin zur Analyse von Milliarden von Banktransaktionen.
Nvidia-Aktie: Revolut baut eigenes KI-Fundament
Besonders hervor hebt Nvidia die Zusammenarbeit mit Revolut. Die Neobank entwickelt mit PRAGMA ein eigenes Foundation Model für Finanzanwendungen. Das System läuft auf Nvidia-Hardware und soll zunächst rund 80 Millionen Kunden bedienen können. Die Architektur ist laut Unternehmen darauf ausgelegt, die Kapazität künftig zu verdreifachen.
Auch andere Institute entwickeln eigene Modelle. Die Lloyds Banking Group nutzt beispielsweise ein Transaktionsmodell namens ATUM, das aus Milliarden von Banktransaktionen wiederverwendbares Wissen erzeugen soll.
Für Anleger zeigt die Entwicklung einen wichtigen Trend im KI-Markt. Während die erste KI-Welle vor allem von öffentlichen Chatbots und großen Sprachmodellen geprägt war, verlagert sich der Fokus nun auf branchenspezifische Modelle, die mit Unternehmensdaten trainiert werden. Gerade Banken verfügen über enorme Mengen hochwertiger Daten, die sich für eigene KI-Anwendungen eignen.
Nvidia profitiert davon gleich mehrfach: durch die Nachfrage nach KI-Hardware, Softwarebibliotheken, Entwicklungswerkzeugen und kompletten Infrastrukturplattformen. Die zunehmende Nutzung offener Modelle könnte zudem die Verbreitung von KI in stark regulierten Branchen deutlich beschleunigen.
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