Nvidia Aktie: Der Tech-Ausverkauf erwischt sie mit

Symbolbild, KI-generiert

Zweifel an der Rendite hoher KI-Ausgaben belasten Nvidia; zugleich prüfen US-Behörden die geplante Hugging-Face-Übernahme.

Auf einen Blick:
  • Nvidia-Aktie verliert 2,6 Prozent
  • Meta plant mehr Vera-Rubin-Einsatz
  • Oracle-Cloud-Supercluster sollen wachsen
  • US-Justizministerium fragt zur Übernahme nach

Nvidia hat am Freitag im Sog des Ausverkaufs von Technologie- und KI-Aktien -2,6% verloren. Der Schlusskurs lag bei 183,56 €. Belastend wirkten Zweifel, ob die hohen KI-Ausgaben ausreichende Erträge liefern werden. Damit rückte die Wirtschaftlichkeit des Infrastrukturausbaus in den Vordergrund, obwohl Nvidia neue Ausbaupläne mit Meta und Oracle angekündigt hatte.

Investitionsrenditen bestimmen die Stimmung

Reuters berichtete über fallende Chipwerte nach Intels schwachem Ausblick und den Ergebnissen von Amazon. Die enttäuschenden Gewinnsignale verstärkten die Sorgen über das Verhältnis von KI-Investitionen und Erträgen. Zugleich belastete die Befürchtung, hohe Zinsen könnten den Ausbau von Rechenzentren bremsen.

Der Rückgang bei Nvidia stand damit im Zusammenhang mit einem breiteren Branchenumfeld. Die neuen Kooperationen verhinderten den Verkaufsdruck nicht. Für Anleger ergibt sich daraus ein Spannungsfeld: Der geplante Ausbau der KI-Infrastruktur setzt sich fort, während der Markt dessen wirtschaftlichen Nutzen stärker hinterfragt.

Meta und Oracle planen weiteren Ausbau

Am Dienstag kündigten Nvidia und Meta eine vertiefte Zusammenarbeit bei den Muse-Modellen und KI-Agenten an. Meta beabsichtigt, den Einsatz von Vera Rubin und Vera CPUs auszuweiten. Nvidia erklärte zudem, 3 Milliarden $ in Metas Aktienangebot investieren zu wollen.

Die Zusammenarbeit verbindet damit den geplanten Ausbau der Infrastruktur mit einer vorgesehenen Kapitalbeteiligung. Die Ankündigung beschreibt jedoch Ausbauabsichten und eine geplante Investition, nicht bereits vollständig umgesetzte Vorhaben. Sie ist deshalb von den Erträgen zu unterscheiden, auf die sich die Skepsis am Aktienmarkt richtet.

Parallel kündigten Nvidia und Oracle am Dienstag an, die Supercluster von Oracle Cloud Infrastructure mit Vera-Rubin-NVL72-Systemen auf mehrere Gigawatt auszubauen. Diese Systeme und Vera CPUs wurden auf der Plattform allgemein verfügbar. Auch diese Kooperation steht für eine Ausweitung des Infrastrukturangebots, beantwortet aber nicht allein die Renditefrage der Investoren.

Wettbewerbsfragen und Zahlen als nächste Prüfsteine

Zusätzlich bleibt die geplante Übernahme von Hugging Face ein Thema. Reuters berichtete am Mittwoch über Nachfragen des US-Justizministeriums zu möglichen Auswirkungen auf den KI-Wettbewerb. Der Kaufpreis beträgt 12,93 Milliarden $. Der Abschluss wurde für das erste Halbjahr 2027 erwartet.

Im Mittelpunkt der Nachfragen steht unter anderem, ob Nvidia die Kontrolle über einen wichtigen Vertriebszugang gewinnen könnte. Nvidia lehnte gegenüber Reuters eine Stellungnahme ab. Die behördlichen Nachfragen bilden damit einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor neben der Debatte über Investitionsrenditen.

Den nächsten festen Termin für die finanzielle Einordnung hat Nvidia ebenfalls am Mittwoch angekündigt: Die Ergebniskonferenz zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2027 findet am 17. November statt. Nach den jüngsten Ausbauankündigungen werden die Geschäftszahlen zum nächsten Prüfstein für die Erwartungen an das KI-Geschäft.

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