Nvidia-Aktie: Kurz mal verdoppelt!

Die Aktie von Chip-Gigant Nvidia befindet sich weiter auf Erholungskurs. Ein echter Durchbruch aber geling ihr nicht, trotz einer mutigen Prognose des Firmenchefs.

Auf einen Blick:
  • Die Nvidia-Aktie ist an der Nasdaq mit einem Aufschlag in die neue Börsenwoche gestartet
  • Von ihren Höchstständen sind die Papiere aber weit entfernt, trotz eines optimistischen CEO
  • Jensen Huang erwartet für 2026 und 2027 ein KI-Chip-Auftragspotenzial von einer Billion Dollar
  • Die Analysten bleiben mehrheitlich zuversichtlich – und riefen zuletzt Kursziele bis 300 Dollar auf

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Wochenstart war für die Aktie von Nvidia ein kleiner Erfolg: Nachdem die Papiere des US-Chip- und Grafikkarten-Spezialisten am Freitag an der Nasdaq noch auf 180 US-Dollar zurückgefallen waren, verbesserten sie sich um immerhin 1,6 Prozent auf jetzt 183 Dollar. Damit allerdings ist die Nvidia-Aktie noch immer weit entfernt vom Kursstand von 197 Dollar vom 25. Februar, vor den kurz danach präsentierten Jahreszahlen 2025. Die Anleger reagierten auf diese enttäuscht, vor allem auf die als recht bescheiden empfundene Prognose für den KI-Chip-Markt. Was kann man als Unternehmen tun? Der Nvidia-Chef hat diese nun, keine drei Wochen später, kurz mal verdoppelt.

Nvidia-Chef progostiziert Billionen-Umsatz

Nvidia traue dem Markt für seine KI-Chips bis zum Jahr 2027 ein Umsatzvolumen von mindestens einer Billion Dollar zu, meldet etwa der Nachrichtensender n-tv am Montag. Die auf seiner Entwicklerkonferenz GTC in Kalifornien vorgetragene Prognose liege damit deutlich über der Schätzung von 500 Milliarden Dollar bis 2026, die der US-Chipkonzern bei seinen jüngsten Quartalszahlen nannte. Eine Billion also, so hoch sei das Auftragspotenzial für Nvidia-Blackwell und Vera-Rubin-Systeme laut Nvidia-CEO Jensen Huang in diesem und nächsten Jahr. „Und das ist noch konservativ geschätzt“, wird er zitiert.

Der Konzernchef skizzierte demnach am Montag vor mehr als 18.000 Zuschauern in San Jose „die Strategie, mit der der Branchenprimus seine Position in dem schnell wachsenden Markt verteidigen will“. Im vergangenen Jahr hatte Huang laut Wirtschaftswoche für 2025 und 2026 ein Umsatzpotenzial von 500 Milliarden Dollar genannt. „Nun hat er diese Erwartung verdoppelt.“ Klar sei auch: Der Nvidia-Chef müsse Optimismus verbreiten. „Jede vorsichtige Formulierung könnte bei der Bedeutung des Unternehmens den gesamten Aktienmarkt ins Wanken bringen.“ Das Risiko:

  • Derzeit stammen rund 60 Prozent des Umsatzes von wenigen großen Cloud-Konzernen wie Amazon, Microsoft, Google oder Oracle
  • Doch der Nvidia-Chef gehe davon aus, dass die Nachfrage nach Rechenleistung weit darüber hinausgehen wird, heißt es

Nvidia-Aktie weit unter ihrem Rekordhoch

Zuletzt allerdings waren die Anleger weit weniger optimistisch. Nach einem wahren KI-Hype, das die Aktie von Nvidia im Oktober des vergangenen Jahres auf bis zu 212 US-Dollar schnellen ließ, zugleich ein Rekordhoch, nahmen die Befürchtungen um ein Platzen der KI-Blase zu. Die Folge: Der aktuellen Erholung zum Trotz, notieren die Anteilscheine des US-Unternehmens noch immer knapp 14 Prozent unter ihrem Höchststand.

Kursziel auf 300 US-Dollar erhöht

Doch das muss nicht so bleiben, glaubt die Mehrheit der Analysten. Zuletzt hatte etwa die schweizer UBS die Einstufung für Nvidia vor der Entwicklerkonferenz auf „Buy“ mit einem Kursziel von 245 US-Dollar belassen – und sieht die Aktie mittelfristig damit ein Drittel höher. Nvidia dürfte „mehr Vertrauen in die Skalierbarkeit seiner Systeme, seine Führungsposition im Netzwerkbereich und die Nachhaltigkeit der Investitionen in Künstliche Intelligenz vermitteln“ schrieb Analyst Timothy Arcuri in seiner Studie vom Monatsanfang.

  • Noch weitaus höher ist die Erwartung von Stacy Rasgon vom US-Analysehaus Bernstein Research
  • Er hatte das Kursziel für Nvidia nach den Geschäftszahlen von 275 auf sogar 300 US-Dollar angehoben

Nvidia habe „Erwartungen klar übertroffen“

Das Geschäft mit Komponenten für den Einsatz in Datenzentren habe die Erwartungen klar übertroffen, schrieb Rasgon nach den Quartals- und Jahreszahlen. Das Geschäft mit dem neuen Grafikprozessor Blackwell entwickele sich „stark“, so der Analyst. Jedoch: Um seine Prognose zu erfüllen, müsste sich die Aktie von Nvidia mittelfristig um weitere gut 60 Prozent im Wert steigern. Danach aber sieht es aktuell wirklich nicht aus.

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