Nvidia-Aktie: Das könnte noch wichtig werden!

Die Aktie von Nvidia hat sich nach dem Oracle-Schock wieder stabilisiert. Dazu trug möglicherweise eine auch eine aktuelle Personalentscheidung beim Chip-Giganten bei.

Auf einen Blick:
  • Die Nvidia-Aktie hat am Donnerstag an der Nasdaq wieder etwas zugelegt
  • Davor waren die Papiere mitsamt Softwareriese Oracle deutlich abgesackt
  • Nun könnte eine Personalentscheidung für neue Zuversicht gesorgt haben
  • Der Chip-Konzern heuert einen Regierungs-Lobbyisten an – auch wegen China

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Aktie von Nvidia hat den Oracle-Schock offenbar erst einmal verdaut. Nachdem der US-Softwareriese am Mittwoch seine Quartalszahlen vorgestellt hatte und daraufhin an der Börse zweistellig einknickte, waren auch andere Techgrößen mit nach unten gerissen worden. Die Nvidia-Aktie etwa fiel erstmals seit Wochen wieder unter die 200-Dollar-Marke, erholte sich am Donnerstag allerdings wieder und ging bei 204 Dollar aus dem Handel an der Nasdaq. Die neue Zuversicht der Anleger könnte mit einer aktuellen Nachricht über den US-Chip-Giganten zu tun haben.

Nvidia heuert Regierungs-Lobbyisten an

Denn laut übereinstimmender Medienberichte hat Nvidia den erfahrenen Lobbyisten Bruce Andrews engagiert, um die Regierungsbeziehungen in Washington, D.C. zu leiten. Dies gehe aus einem LinkedIn-Beitrag von Andrews vom 11. Juni hervor, wie unter anderem The Straits Time vermeldet. Der Wechsel von Andrews zu dem weltweit größten Unternehmen nach Börsenwert erfolge zu einem Zeitpunkt, „an dem Nvidia seinen Einfluss in Washington sichern will, während gleichzeitig die Beziehungen zu China – einem Markt, in dem das Unternehmen weiter wachsen möchte – erneut unter genauer Beobachtung stehen“, wie es heißt.

Die USA haben den Export der modernsten KI-Chips von Nvidia in die Volksrepublik beschränkt. Das Unternehmen habe jedoch Lizenzen für den Verkauf seiner weniger fortschrittlichen H200-Prozessoren nach China erhalten, wie es heißt. Reuters berichtete im Mai, dass die USA rund zehn chinesischen Unternehmen die Genehmigung zum Kauf von Nvidias H200-KI-Prozessoren erteilt hatten; zu diesem Zeitpunkt war jedoch noch keine einzige Lieferung erfolgt.

Der neue kommt von Konkurrent Intel

Bruce Andrews war den Berichten zufolge zuvor Leiter der Regierungsbeziehungen beim Chip-Konkurrenten Intel unter dem ehemaligen CEO Pat Gelsinger und bekleidete während der Obama-Regierung ein Amt im US-Handelsministerium. „Ich freue mich darauf, Nvidia dabei zu unterstützen, die KI-Revolution anzuführen und neue Durchbrüche für Amerika und die Welt zu erzielen“, schrieb der demnach auf LinkedIn.

  • Seinem Beitrag zufolge wird er beim US-Chip-Konzern den Titel „Chief External Affairs Officer“ tragen
  • Andrews wird an Nvidias Chefjuristen Tim Teter berichten, eine Stellungnahme lehnten sowohl er als auch Nvidia ab

Nvidia-Aktie weiter im Monatsminus

Dass die Aktie von Nvidia dennoch positiv reagierte, werden auch Anleger mit Beruhigung vernommen haben. Davor waren die Papiere seit Monatsanfang von zunächst 232 bis auf 199 US-Dollar gefallen – ein Abschlag von rund 15 Prozent. Auch nach der Erholung notiert sie noch deutlich im Monatsminus.

Nvidia Aktie Chart

Analysten mit hohen Kurszielen für Nvidia

Für die Analysten kam der Rücksetzer offenbar überraschend. Deren durchschnittliches Kursziel liegt laut marketscreener.com bei knapp 299 US-Dollar. Entsprechend lauten die Empfehlungen. Von aktuell 62 gelisteten Beobachtern würden

  • 59 die Nvidia-Aktie kaufen
  • drei plädieren auf „Halten“
  • keiner rät derzeit zum Verkauf

So hatte etwa die DZ Bank den fairen Wert der Aktie von Nvidia am 21. Mai von 255 auf 275 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf „Kaufen“ belassen. Nicht überraschend, erwartet Analyst Ingo Wermann doch einen weiteren Kursanstieg um rund 35 Prozent. Die Nachfrage nach Prozessoren für KI-Anwendungen steige sehr stark und dürfte künftig auf einer breiteren Basis stehen, schrieb Wermann laut finanzen.net nach dem Quartalsbericht. Der Ausblick deute auf eine weitere Beschleunigung des profitablen Wachstums hin.

Prognose sieht 50 Prozent Kurspotenzial

Und doch war der deutsche Analyst im Vergleich noch relativ vorsichtig. Erst am Montag meldete sich das US-Analysehaus Bernstein Research zu Nvidia. Analyst Stacy A. Rasgon nahm in einer Branchenstudie die Chipkonzerne sowie die Wertschöpfungskette rund um Künstliche Intelligenz unter die Lupe. Nvidias neue Plattform „Vera Rubin“ dürfte zwar kostspieliger als seine Vorgänger ausfallen, so Rasgon. Allerdings könnte der US-Konzern die Kosten an seine Kunden weitergeben, glaubt er – und in der Folge mit seiner Prognose an einen Kursanstieg um mehr als 50 Prozent.

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