Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von Nvidia hat vor dem Wochenende mitsamt der KI-Branche einen deutlichen Rücksetzer hinnehmen müssen. Hintergrund war der miserable Ausblick, den Chip-Hersteller Intel am Donnerstag nach US-Börsenschluss gab – und die gesamte Branche ins Minus drückte. Am Montag legt der US-Chip-Riese an den europäischen Börsen wieder leicht zu, die Nvidia-Aktie notierte nach der ersten Handelsstunde in Frankfurt knapp ein Prozent im Plus bei bei 184 Euro. Gut möglich, dass ein Interview mit dem Firmenchef die Anleger wieder optimistisch stimmte. Es war eine klare Ansage.
Nvidia-Chef verteidigt Milliarden-Investitionen
Den laut Medienberichten weist Nvidia-Chef Jensen Huang den Vorwurf zurück, sein Konzern treibe mit Beteiligungen an Kunden die KI-Blase an. „Das ist falsch“, sagte er demnach dem „Handelsblatt“. Sein Unternehmen habe 30 Milliarden Dollar in OpenAI investiert, dieses brauche aber weit mehr Geld für seine Rechenleistung. Deshalb habe Nvidia „dessen Nachfrage offensichtlich nicht finanziert“, heißt es.
- Das Geschäft sei „in guter Verfassung“, die Beschaffung von Betriebskapital werde aber teurer
- Die Nachfrage nach Nvidia-Chips übersteige das Angebot noch „viele Jahre“, so der Nvidia-Chef
Angst vor der KI nennt Huang „lächerlich“
Im Interview mit dem Handelsblatt weise Huang die Kritik an gegenseitig finanzierten Geschäften zurück und werbe stattdessen für einen schnelleren KI-Ausbau in Deutschland, meldet stock3.com. Die nächste Wachstumswelle entsteht laut des Nividia-Chefs dort, wo künstliche Intelligenz auf Maschinen, Fahrzeuge und Fabriken trifft. „Zugleich zeigen die im Bericht genannten Verpflichtungen, wie eng Nvidias Zukunft inzwischen mit der finanziellen Belastbarkeit seiner Kunden verbunden ist“, heißt es.
Warnungen vor einer Auslöschung der Menschheit durch Künstliche Intelligenz wies der Nvidia-Chef derweil ebenfalls zurück. Auf die Frage nach entsprechenden Warnungen, die auch OpenAI-Chef Sam Altman und Anthropic-Chef Dario Amodei sowie der Nobelpreisträger Geoffrey Hinton äußern, sagte er laut IT-Journal im Interview: „Ich will das nicht wiederholen, weil ich die Vorstellung lächerlich finde.“ Die Industrie müsse selbst für sichere Technik sorgen. Den Hackerangriff von OpenAI-Agenten auf die Plattform Hugging Face nannte er demnach „inakzeptabel“. Die Agenten hätten „kein Containment und keine Überwachung“ gehabt.
Nvidia-Aktie weit unter Rekordhoch
Allem Mut machen zum Trotz: Vor den erst Ende November erwarteten Quartalszahlen hat die Nvidia-Aktie zuletzt massiv an Wert eingebüßt. Ausgehend vom Höchststand bei 216 Euro am 6. Oktober, gaben die Papiere auf aktuell 185 Euro nach, ein Abschlag von fast 15 Prozent.
Nvidia Aktie Chart
Analyten mit hohen Prognosen
Die Analysten indes bleiben beim US-Chip-Giganten extrem optimistisch: Laut aktien.guide liegt das durchschnittliche Kursziel für die Nvidia-Aktie derzeit bei 321 US-Dollar, 57 Prozent über dem Schlusskurs an der Nasdaq von 204 Dollar am Freitag. Entsprechend lauten auch die Empfehlungen aus. Von 69 Analysten
- raten nicht weniger als 65 Analysten zum Kauf
- drei empfehlen, Nvidia im Moment zu Halten
- lediglich einer hat die Aktie auf „Verkaufen“
Zuletzt etwa hatte die Schweizer Großbank UBS die Einstufung für Nvidia auf „Buy“ mit einem Kursziel von 300 US-Dollar belassen. Die jüngsten taiwanesischen Exportdaten zu Geräten für die automatische Datenverarbeitung (ADP) ließen nur bedingt Rückschlüsse auf den Umsatz des amerikanischen KI-Chipherstellers zu, schrieb Timothy Arcuri in seiner Anfang Oktober vorliegenden Studie.
Nvidia-Kursziel von 400 Dollar bestätigt
Weitaus zuversichtlicher das US-Analysehaus Bernstein Research: Beim KI-Chip-Branchenprimus Nvidia hob Stacy Rasgon nach Gesprächen mit Finanzchefin Colette Kress im September das weiter enorme Potenzial im Bereich Rechenzentren hervor. Das Kursziel blieb bei 400 US-Dollar. Dafür müsste sich die Nvidia-Aktie im Wert annähernd verdoppeln.
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