Nvidia-Aktie: Das kam für viele überraschend!

Die Aktie von Nvidia hat ihren Abwärtstrend erst einmal beendet. Doch die Papiere des US-Chipkonzerns sind weit von ihren Höchstständen entfernt, trotz guter Prognosen.

Auf einen Blick:
  • Die Nvidia-Aktie bleibt auch nach Erholung deutlich unter ihrem Rekordhoch
  • Die Erwartungen an den US-Chip-Riesen haben sich laut Beobachtern geändert
  • Dennoch sind die Analysten weiter optimistisch – und rufen hohe Kursziele auf

Liebe Leserin, lieber Leser,

nach Tagen mit andauernden Kursverlusten hat sich die Aktie von Nvidia am Montag erstmals wieder stabilisiert. Um letztlich 1,27 Prozent verbesserten sich die Papiere des US-Chip-Konzerns an der Nasdaq auf knapp 195 US-Dollar. Dies ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die Nvidia-Aktie seit Monatsanfang, als kurzzeitig 232 Dollar auf dem Kurszettel standen, 16 Prozent an Wert eingebüßt hat. Das kam für viele überraschend, vorneweg die Analysten.

Nvidia Aktie Chart

Nvidia wächst weiter rasant – aber

Noch vor wenigen Wochen nämlich schien der Aufstieg der Nvidia-Aktie kaum zu stoppen. Der Konzern dominiert den Markt für KI-Beschleuniger, erzielt Rekordumsätze und gilt als einer der größten Gewinner des Booms um künstliche Intelligenz (KI). Doch seit Anfang Juni hat die Aktie deutlich nachgegeben. Für viele Anleger stellt sich die Frage: Hat der Markt das Vertrauen verloren – oder handelt es sich lediglich um eine überfällige Verschnaufpause?

Die Antwort liegt laut Beobachtern weniger in den Geschäftszahlen als in den Erwartungen. Nvidia wächst zwar weiterhin rasant, doch an der Börse reicht starkes Wachstum allein nicht mehr aus. Investoren fragen demnach inzwischen, ob die milliardenschweren Investitionen der großen Cloud-Konzerne in KI-Rechenzentren dauerhaft auf diesem Niveau bleiben. Schon kleine Zweifel an der Nachhaltigkeit des Booms reichen aus, um eine hoch bewertete Aktie unter Druck zu setzen. Die Nachrichtenagentur Reuters verweist zudem darauf, dass der jüngste Ausverkauf neben Nvidia den gesamten Technologiesektor erfasst hat und vor allem von Gewinnmitnahmen sowie Zinssorgen ausgelöst wurde.

Wachsende Konkurrenz durch Google & Co

Hinzu kommen geopolitische Belastungen, Stichwort Iran-Krieg. Die verschärften US-Exportbeschränkungen gegenüber China erschweren Nvidia zudem den Zugang zu einem wichtigen Absatzmarkt. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb. Große Kunden wie Amazon, Google oder Microsoft entwickeln zunehmend eigene KI-Chips, um ihre Abhängigkeit von Nvidia zu verringern. Das bedeutet nicht, dass Nvidia Marktanteile verliert – wohl aber, dass Investoren künftig vorsichtiger auf die langfristigen Wachstumschancen blicken. Die belastenden Faktoren:

  • Zweifel an der Dauer des weltweiten KI-Investitionsbooms
  • höhere Zinsen und Gewinnmitnahmen im Technologiesektor
  • diverse Exportbeschränkungen und zunehmender Wettbewerb

Analysten bei Nvidia weiter zuversichtlich

Viele Analysten bleiben trotz allem optimistisch. Barron’s berichtet, dass zahlreiche Experten die fundamentalen Daten des Unternehmens weiterhin für außergewöhnlich stark halten. Das Bewertungsniveau sei inzwischen sogar deutlich attraktiver als noch vor einigen Monaten. Als nächster Kurstreiber gilt die Einführung der neuen KI-Plattform „Vera Rubin“, von der sich viele neue Wachstumsimpulse erhoffen.

Der Rückgang der Nvidia-Aktie wirkt deshalb weniger wie das Platzen einer Blase als vielmehr wie eine Neubewertung. Nach Jahren spektakulärer Kursgewinne verlangen die Kapitalmärkte inzwischen den Beweis, dass das extreme Wachstum dauerhaft Bestand haben kann. Doch nicht wenige Beobachter rechnen damit.

Mittleres Nvidia-Kursziel liegt bei 300 Dollar

Laut marketscreener.com liegt das durchschnittliche Kursziel für die Papiere bei mittlerweile gut 300 US-Dollar. Dies verspricht einen Kurszuwachs von mehr als 50 Prozent. Entsprechend lauten auch die Empfehlungen. Von 61 gelisteten Analysten

  • Empfehlen 58 den Kauf der Aktie
  • Zwei würden Nvidia derzeit halten
  • Nur einer rät aktuell zum Verkauf

Über dem Konsens platzierte sich zum Monatsbeginn das US-Analysehaus Bernstein Research:  Stacy A. Rasgon hatte die Einstufung für Nvidia auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 315 US-Dollar belassen. Der Analyst nahm in einer Branchenstudie die Chipkonzerne sowie die Wertschöpfungskette rund um Künstliche Intelligenz unter die Lupe. Nvidias neue Plattform „Vera Rubin“ dürfte zwar kostspieliger als seine Vorgänger ausfallen, so Rasgon. Allerdings könnte der US-Konzern die Kosten an seine Kunden weitergeben.

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