Nvidia-Aktie: „Jetzt könnt ihr mit Rabatt kaufen!“

Nvidia-CEO Huang nutzt Kursrückgang für Kaufempfehlung und verkündet milliardenschwere KI-Deals in Südkorea.

Auf einen Blick:
  • Nvidia und SK Telecom planen gigawattgroße KI-Cloud-Infrastruktur in Südkorea und Asien, erster Start 2027
  • SK Hynix und Nvidia schließen mehrjährigen Technologiepakt für nächste Speicherchip-Generation
  • Naver kooperiert mit Nvidia beim Aufbau von KI-Fabriken in Europa, Nahost und Asien-Pazifik
  • Jensen Huang: Kursrückgang ist eine Kaufgelegenheit, die KI-Revolution stehe erst am Anfang

Jensen Huang war gerade beim Abendessen mit dem SK-Group-Vorsitzenden Chey Tae-won und Führungskräften von SK Hynix und SK Telecom in Seoul, als die Märkte anfingen zu zittern. Stärkere US-Jobdaten, Sorgen um höhere Zinsen länger als erwartet, und schon rauschte der südkoreanische KOSPI-Index nach unten, angeführt von genau den KI-Aktien, die den jüngsten Aufschwung getragen hatten. Huang trat danach vor die Presse. Und sagte das, was Huang eben immer sagt, nur diesmal mit frisch unterzeichneten Verträgen in der Tasche.

„Jetzt könnt ihr günstig kaufen“

„Wir stehen am Beginn der KI-Revolution“, sagte Huang am 8. Juni vor Journalisten in Seoul. Und weiter: „Was auch immer mit dem Aktienmarkt passiert ist, ihr solltet sehr froh sein, denn jetzt könnt ihr mit Rabatt kaufen. Alle sollten sehr aufgeregt sein.“ Den Kursrückgang als Einstiegschance zu bezeichnen, während man gerade drei Großdeals in Südkorea abschließt, das hat schon eine gewisse Chuzpe.

Ob er recht hat, ist eine andere Frage. Aber die Deals, die er im Gepäck hat, sind real.

Nvidia Aktie Chart

SK Telecom, SK Hynix, Naver: alles auf einmal

SK Telecom und Nvidia wollen gemeinsam gigawattgroße KI-Cloud-Dienste in Südkorea aufbauen und das Modell auf weitere Teile Asiens ausweiten. Die erste KI-Fabrik soll 2027 in Betrieb gehen, Nvidias GPUs kombiniert mit SK Telecoms Netzwerk und Rechenzentren. SK Hynix, der entscheidende Lieferant von Hochbandbreiten-Speicherprodukten für Nvidias KI-Beschleuniger, schloss separat einen mehrjährigen Technologiepakt mit Nvidia, um die nächste Speicherchip-Generation voranzutreiben. Huang bestätigte zudem, dass Nvidias neue Vera-Prozessoren SK-Hynix-Speicher verwenden werden.

Dann noch Naver. Der südkoreanische Internet- und Cloud-Konzern, der ein eigenes großes Sprachmodell entwickelt hat und eine zentrale Rolle in Südkoreas Bemühungen um KI-Souveränität spielt, vereinbarte ebenfalls eine Kooperation mit Nvidia beim Aufbau von KI-Fabriken. Huang und Naver-Chairman Lee Hae-jin sprachen über konkrete Pläne für gemeinsame KI-Märkte in Europa, dem Nahen Osten und der Asien-Pazifik-Region.

Südkorea setzt alles auf KI

Das ist kein Zufall. Südkoreas neue Regierung unter Präsident Lee Jae Myung, seit Juni 2025 im Amt, hat die KI-Autonomie zur Staatssache erklärt. 260.000 Nvidia-GPUs wurden bereits gemeinsam mit lokalen Technologieunternehmen geordert, um nationale KI-Infrastruktur aufzubauen. Und Präsident Lee ernannte am Sonntag Han Seong-sook, frühere Naver-Chefin, zur Premierministerin, mit dem erklärten Ziel, Südkoreas KI-Transformation zu führen.

Huang vergleicht KI mit dem Internet: „Es ist ausgemachte Sache, dass KI Infrastruktur für die Welt sein wird, genau wie das Internet Infrastruktur für die Welt war.“ Wer das für zu groß hält, der hat den KOSPI-Rückgang jedenfalls nicht zum Kaufen genutzt.

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