Nvidia Aktie: Jensen Huang prognostiziert 70 Prozent Wachstum

Nvidia meldet 96,2 Milliarden Dollar Umsatz und erwartet 70 Prozent Wachstum. Lieferengpässe begrenzen die hohe KI-Nachfrage.

Auf einen Blick:
  • Umsatz binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt
  • Jensen Huang stellt 70 Prozent Wachstum in Aussicht
  • Speicherengpässe begrenzen mögliche Produktionssteigerung
  • Mehr als ein Dutzend Kursziele angehoben

Ein Unternehmen verdoppelt seinen Umsatz binnen Jahresfrist – und die eigentliche Nachricht ist, dass das gar nicht das Limit sein soll. Nvidia hat am Mittwoch Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt, die für sich genommen schon außergewöhnlich sind: 96,2 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 106 Prozent zum Vorjahr, ein Nettogewinn von rund 60 Milliarden Dollar.

Doch was den Kurs am Donnerstag um mehr als acht Prozent auf 195,60 Euro trieb, war nicht die Vergangenheit, sondern der Ausblick: Firmenchef Jensen Huang stellte für das kommende Geschäftsjahr ein Wachstum von 70 Prozent in Aussicht – fast das Doppelte dessen, was Analysten im Konsens erwartet hatten.

Das ist die eigentliche Zäsur dieses Berichts. Nvidia gibt zum ersten Mal überhaupt eine Prognose für das übernächste Geschäftsjahr ab. Huang begründete das mit gestiegener „Visibilität“ bei den Kundenaufträgen – ein bemerkenswerter Satz für ein Unternehmen, das in einem Markt operiert, der noch vor zwei Jahren als zyklisch und schwer planbar galt.

Die Botschaft an die Anleger: Der KI-Boom ist kein kurzfristiger Nachfrageschub mehr, sondern ein mehrjähriger Investitionszyklus mit sichtbarem Verlauf bis 2028.

Wenn Nachfrage das Angebot überholt

Was die Wall Street daran elektrisiert, ist eine Umkehrung der klassischen Wachstumslogik. Normalerweise bremst schwache Nachfrage das Wachstum. Bei Nvidia ist es umgekehrt: Huang bezifferte die tatsächliche Nachfrage auf über 70 Prozent Wachstum, teils sogar auf eine mögliche Verdopplung – begrenzt wird das Unternehmen einzig durch Lieferengpässe bei Speicherchips und Fertigungskapazitäten bei TSMC. Das ist eine ungewöhnliche Position: ein Weltkonzern, der nicht um Kunden kämpft, sondern um Stückzahlen.

Diese Knappheit hat einen Preis, im wörtlichen Sinne. Nvidia hat die Preise für seine kommenden Server-Plattformen Vera Rubin und Grace Blackwell um mehr als 15 Prozent angehoben, weil Speicherchips inzwischen einen immer größeren Teil der Herstellungskosten ausmachen.

Marktbeobachter von TrendForce rechnen damit, dass Speicherkosten bis 2027 rund zwei Drittel der Cloud-Investitionsbudgets verschlingen könnten, gegenüber knapp der Hälfte in diesem Jahr. Das trifft nicht nur Nvidia: HP kündigte am selben Tag weitere Preiserhöhungen wegen Speicherkosten an, und auch bei Apple werden höhere iPhone-Preise erwartet. Der KI-Boom hat offenbar eine Kostenwelle losgetreten, die längst über den Chipsektor hinausschwappt.

Analysten überbieten sich – aber nicht grenzenlos

Die Reaktion der Wall Street war eindeutig: Mehr als ein Dutzend Häuser hoben ihre Kursziele an. Goldman Sachs setzte 300 Dollar an, JPMorgan 320 Dollar, Bernstein-Analyst Stacy Rasgon sprang von 315 auf 400 Dollar.

Am weitesten wagte sich Raymond James vor mit einem Kursziel von 515 Dollar, das einer Marktkapitalisierung von rund 12,4 Billionen Dollar entspräche – ein Wert, der die aktuelle Marktkapitalisierung von 4,36 Billionen Euro weit hinter sich ließe. Zugleich mahnte Truist, dass die Nachfrage zwar eine Verdopplung stützen würde, das Angebot aber realistisch nur rund 70 Prozent zulasse.

Für die Aktie selbst zeigt sich diese Zuversicht auch technisch: Mit einem Abstand von 40 Prozent zum 52-Wochen-Tief und nur noch 3,4 Prozent unter dem Rekordhoch aus dem Mai hat das Papier den Rücksetzer der vergangenen Monate praktisch aufgeholt. Der RSI von gut 60 signalisiert dabei noch keine Überhitzung, während die Volatilität von 43 Prozent daran erinnert, wie nervös der Markt auf jede neue Zahl reagiert.

Bleibt die Frage, die diesen ganzen Bericht überschattet: Kann ein Unternehmen, dessen Wachstum inzwischen von der eigenen Lieferkette gebremst wird, diese Kette schnell genug ausbauen, um die Prognose auch zu halten?

Nvidia selbst hat dafür vorgesorgt – mit Lieferverpflichtungen von 279 Milliarden Dollar und Finanzierungszusagen von bis zu 500 Milliarden Dollar für Partner wie OpenAI. Es ist eine gewaltige Wette auf die eigene Zukunft, finanziert von einem Unternehmen, das sich diese Wette derzeit leisten kann.

Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 28. August liefert die Antwort:

Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)