Das chinesische KI-Unternehmen DeepSeek, das mit hocheffizienten Sprachmodellen weltweit für Aufsehen sorgte, arbeitet laut einem Insider-Bericht der Nachrichtenagentur Reuters an der Entwicklung eines eigenen KI-Prozessors.
Der Schritt markiert eine strategische Kursänderung für ein Unternehmen, das bislang ausschließlich auf extern zugekaufte Chips von Nvidia und Huawei setzte.
Nvidia-Aktie: Inferenz-Chip, kein Trainingsprozessor
Der geplante Chip zielt nicht auf das besonders rechenintensive Training neuer KI-Modelle ab, sondern auf die sogenannte Inferenz – also den laufenden Betrieb bereits trainierter Modelle, bei dem Nutzeranfragen in Echtzeit beantwortet werden. Dieses Segment ist das am schnellsten wachsende im gesamten KI-Chipmarkt: Da immer mehr KI-Anwendungen in der Praxis eingesetzt werden, verlagert sich ein wachsender Anteil des Rechenbedarfs vom einmaligen Training hin zum dauerhaften Betrieb.
Die Entwicklung befindet sich noch in einem frühen Stadium. DeepSeek knüpft nach Berichten Kontakte zu Chip-Design-Häusern, Auftragsfertigern und Speicherlieferanten und hat in den vergangenen Monaten gezielt Ingenieure für Chip-Design angestellt – allerdings ohne öffentliche Stellenausschreibungen.
Nvidia-Aktie: Welche Auswirkungen hat das auf den Chipgiganten?
Für Nvidia bleibt die unmittelbare Bedrohung begrenzt: Der Konzern darf aufgrund US-amerikanischer Exportbeschränkungen ohnehin keine fortschrittlichen KI-Chips nach China liefern. Branchenanalyst Richard Windsor von Radio Free Mobile kommentierte laut Reuters, Nvidia sei in China bereits bei null und werde dort auch bleiben. DeepSeeks eigene Chipbemühungen hätten keinen direkten Einfluss auf den US-Konzern.
Besorgniserregender ist das Signal für Huawei: Das chinesische Technologieunternehmen, das dank der US-Exportbeschränkungen gegen Nvidia rund die Hälfte des chinesischen KI-Chipmarkts von geschätzten 50 Milliarden Dollar kontrolliert, sieht sich nun mit zunehmender Konkurrenz von innen konfrontiert. Alibaba, Baidu und künftig möglicherweise DeepSeek entwickeln eigene Chips – ein Trend, der Huaweis Marktposition mittelfristig schwächen könnte.
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