Liebe Leserin, lieber Leser,
der Start ins neue Börsenjahr schien für Nvidia ein durchaus erfolgreicher zu werden. Ausgehend von 186,50 US-Dollar zum Ende des letzten Handelstages 2025 an der Nasdaq, hatten sich die Papiere des US-Chip-Giganten am Montag bis auf 193,63 Dollar verbessert – ein Plus von fast vier Prozent. Doch inzwischen hat die Nvidia-Aktie wieder fast den gesamten Zugewinn abgegeben, notiert bei noch 187,24 Dollar. Dies änderte allerdings nichts daran, dass das Unternehmen damit über allen anderen thront. Und zwar in völlig irrealen Dimensionen.
Nvidia war Ende 2025 wertvoller als Apple
Denn laut übereinstimmender Medienberichte hat Nvidia im vergangenen Jahr nicht allein Apple als das wertvollste, börsennotierte Unternehmen abgelöst. Der Hype um Künstliche Intelligenz (KI) trieb den Börsenwert laut einer Studie der Beratungsgesellschaft EY auf gut 4,5 Billionen Dollar. Damit liegt der Chip- und Grafikkarten-Spezialist deutlich vor dem iPhone-Konzern und langjährigen Spitzenreiter Apple, der auf rund vier Billionen Dollar kam. Auch auf den folgenden Plätzen im Ranking stehen laut der Wochenzeitung Die Zeit US-Techriesen: Platz drei belegt demnach der Google-Mutterkonzern Alphabet mit knapp 3,8 Billionen Dollar Börsenwert, es folgen Microsoft und Amazon.
- In welchen Sphären sich die US-Unternehmen bewegen, wird im Vergleich zu Deutschlands vermeintlicher Börsenelite deutlich
- Nvidia ist alleine fast doppelt so viel wert wie alle 40 Unternehmen im deutschen Leitindex Dax zusammen, die auf 2,5 Billionen Dollar kamen
Zwei Institute empfahlen jüngst Nividia
Dennoch gingen zuletzt gleich zwei Institute davon aus, dass die Aktie noch Luft nach oben hat. So hatte etwa die schweizer Großbank UBS ihre Einstufung für Nvidia am 29. Dezember mit einem Kursziel von 235 US-Dollar auf „Buy“ belassen, rechnet demnach mittelfristig mit einem Kurszuwachs von rund einem Viertel. Bernstein Research geht von einem Anstieg bei der Nvidia-Aktie um gut 45 Prozent aus. Das US-Analysehaus hatte die Einstufung für Nvidia am selben Tag auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 275 US-Dollar belassen.
Bernstein ist somit noch etwas optimistischer als der Durchschnitt. Denn laut marketscreener.com liegt das mittlere Kursziel für die Aktie derzeit bei 253,54 US-Dollar, was einem Kurspotenzial von rund 35 Prozent entspricht. Von derzeit 64 Beobachtern würden
- nicht weniger als 60 Nvidia kaufen
- drei Analysten plädieren auf Halten
- nur einer würde die Aktie abstoßen
Nvidia steht 2026 vor Herausforderungen
Ist eine Investition in die Aktie also ein Selbstläufer? Mitnichten: Für Nvidia könnten 2026 mehrere strategische Probleme auftreten, die das Wachstum und die Bewertung belasten. Ein großer Teil des Umsatzes hängt beim US-Unternehmen von wenigen Hyperscalern ab. Ein Rückgang ihrer KI-Investitionen könnte Nvidias Wachstum stark treffen. Zudem könnte die Abhängigkeit von Auftragsfertiger TSMC zu Engpässen und Verzögerungen bei neuen Chips führen.
Strikte US-Exportbeschränkungen schränken den Zugang zu wichtigen Märkten wie China aktuell ein. Auch wenn Nvidia einen Teilzugang für H200-Chips erreicht hat, drohen laut FinancialContent weitere Sanktionen und Verzerrungen der Marge durch Abgaben, was das Umsatzpotenzial mindern könnte.
Warren Buffet warnt vor Platzen der KI-Blase
Und auch der Wettbewerb wird intensiver: Große Cloud-Player wie Google, Amazon und Microsoft entwickeln eigene KI-Chips (ASICs/TPUs), die effizienter oder günstiger sein könnten, auch Wettbewerber wie AMD und Intel drängen in den Markt.
Die größte Gefahr allerdings, davor warnen nicht wenige Experten, geht von einem möglichen Platzen der KI-Blase aus. Anleger-Urgestein Warren Buffet warnte mehrfach vor einem solchen Szenario, der Digital-Experte Roland Fiege sagt laut Tagesschau, Künstliche Intelligenz habe „zu schnell zu große Hoffnungen geweckt“. Nach einem Selbstläufer für die Nvidia-Aktie klingt das wahrlich nicht.
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